Weder für Geld noch für gute Worte
Bauland dringend in Weiden gesucht

Alois Lukas fordert Initiativen zur Baulandschaffung. Bild: Wieder
 
Über die ganze Stadt verteilt sind die Potenzial- (in Rot) und Innenstadtentwicklungsflächen (in Schwarz). Plan: Bauamt/Bild: Wieder

Weiter zuwarten? Das kann die Stadt nicht verantworten. Sie muss möglichst schnell neues Bauland erschließen: für Ein- und Zweifamilienhäuser, aber auch für den Geschosswohnungsbau (Wohnblöcke) und Gewerbe. Wie? Das erklärt CSU-Stadtrat Alois Lukas bei seinem Vortrag im Postkeller.

Der Sprecher der CSU-Fraktion im Bau- und Planungsausschuss klagt am Freitagabend vor zwei Dutzend Gästen, dass es in Weiden nicht vorangehe. Weder für Geld noch für gute Worte könnten viele Bauwillige Grund erwerben. Rund 1000 erschlossene und "eigentlich" sofort bebaubare Grundstücke kommen "einfach nicht auf den Markt". "Wer Baugrund hat, verkauft nicht", stellt Lukas fest. Er gesteht ein, dass daran die Stadt nichts ändern könne. "Sie kann niemanden zwingen, Baugrund zu verkaufen. Aber wir wollen neue Bauplätze ausweisen."

Die Stadt könne jedoch nicht garantieren, dass diese Flächen dann auch Bauwilligen zur Verfügung stehen. Hier sieht Lukas - übrigens ebenso wie Stadtkämmerin Cornelia Taubmann und der Städtetag - den Gesetzgeber gefordert. Für ungenutztes Bauland sollten höhere Grundsteuern anfallen. So würden Spekulationsgewinne weniger attraktiv und die Verkaufsbereitschaft der Grundstückseigentümer "gefördert". Auch seien Landwirte, die ihre stadtnahen Flächen einbringen, steuerlich deutlich zu entlasten. Ein Anliegen sei ihm der soziale Wohnungsbau. Weiden habe einen großen Nachholbedarf. Viele Familien können die Mieten nicht mehr aufbringen. Zudem seien für Investoren inzwischen Förderprogramme angekündigt.

Bebauungspläne ändern


Während Lukas hier noch die große Politik gefordert wähnt, sieht er die Stadt direkt in der Pflicht: Sie müsse - und hier greift er Anregungen von Bau- und Planungsdezernent Hansjörg Bohm auf - die uralten Bebauungspläne überarbeiten, öffnen oder gar aufheben. Die Flächen müssen wesentlich intensiver bebaut werden dürfen. "Viele Grundstücke in den Siedlungen vertragen ein größeres, mache gar ein zweites Haus."

Große Hoffnungen setzt Lukas in den neuen Flächennutzungsplan, in dem viele Baugebiete abgerundet werden sollen. Es sei seit Jahren klar, dass hier etwas getan werden müsse. "Der Landschaftsplan, eine wichtige Voraussetzung, ist bereits acht Jahre alt. Seitdem hat sich wieder nichts getan. Manchmal ist es unerträglich, wie lange Entscheidungen und Entwicklungen in Weiden dauern."

Über 100 Hektar an wertvollen Wohnbauflächen möglichAusführlich stellte Lukas die Studie des Stadtplanungsamtes vor, das bereits 2013 über 100 Hektar an "Potenzial-Flächen" ermittelt hatte. Relativ einfach könnten Baugebiete abgerundet bzw. erweitert werden.

Die größten (und lukrativsten) Flächen liegen in Weiden-Ost, beidseits der Vohenstraußer Straße (Iblnest bis zum Heindlkeller mit 12,9 Hektar, Hirtenweg bis über den Ferstl-Weg hinweg mit fast zehn Hektar), nördlich Edeldorfer Weg (1,2 Hektar), Verlängerung Butterhof (4,4 Hektar), östlich Schirmitzer Weg bis Rennerhöhe (9,1 Hektar), südlich Schirmitzer Weg (10,6 Hektar). In Weiden-Nord wären 6,1 Hektar Bauland im Gebiet Neuweiher sowie 5,5 Hektar in Verlängerung des Kälberweges möglich. Kleinere Ergänzungen sieht Lukas mit 1,5 Hektar zwischen Rehbühl und Pressather Straße, über zwei Hektar Hinterm Rehbühl-West, 2,5 Hektar Am Rehmühlbach sowie 4,6 Hektar an der Mooslohstraße und 5,1 Hektar im Lerchenfeld (breite Äcker). In Neunkirchen wäre eine Ergänzung (Kreuzäcker mit 7,8 Hektar sowie 6,4 Hektar an der Mallersrichter Straße) möglich. In der Innenstadt bedeutend sind die Bahnflächen, Stockerhut, das Realschulareal und die TB-Anlage mit über 20 Hektar. (wd)
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