Weiden: 220 Mitarbeiter verlieren ihren Job im Polytec-Werk
100 verlieren ihren Job

Es gibt keinen Weg zurück. Das Polytec-Werk Weiden erhält keine neuen Aufträge. Das Personal ist kontinuierlich anzupassen. "Plus/minus 100" der 220 Mitarbeiter verlieren ihren Job. Das bestätigte am Freitag Markus Huemer, Vizepräsident (Vice Chairman) der Polytec-Group, gegenüber dem NT.

In der Begründung dieser Maßnahmen, die einen Sozialplan erfordern, spart der Sohn des Firmengründers Friedrich Huemer nicht mit Vorwürfen. Er verweist auf die schwierige Markt-Situation, die großen Überkapazitäten der Werke in Mitteleuropa und die harte Konkurrenz, die es den Kunden ermögliche, Dumping-Preise zu diktieren.

Betrieb braucht Gewinne

"Unsere Kunden konfrontieren uns mit Preiserwartungen, die wir mit deutschen Löhnen nicht darstellen können." Neue, lohnintensive Aufträge seien für die deutschen Werke "nicht mehr leistbar". Weiden lebe von Altaufträgen, die jedoch Schritt für Schritt ausliefen. "Wir können die Leute nicht aus Jux und Tollerei beschäftigen. Ein Unternehmen muss mittelfristig Gewinne erzielen."

Bereits vor einem Jahr habe er mit seinem Vater in Weiden versucht, Gewerkschaft und Betriebsrat für die Probleme zu sensibilisieren. Doch anstatt nach Lösungen zu suchen, hätten die Arbeitnehmervertreter die nötigen Anpassungsprozesse blockiert. Die Gewerkschaften verhielten sich in Deutschland "konsequent standortschädlich". Ihnen sei das Festhalten an Tarifverträgen wichtiger als der Arbeitsplatzerhalt. Hier fehle grundsätzlich der "Wille zur Flexibilität".

In den nächsten eineinhalb Jahren müssten aufgrund der auslaufenden Aufträge etwa die Hälfte der 220 Mitarbeiter gehen. Die Produktionsanlagen würden sukzessive abgebaut, zu Polytec-Werken ins Ausland verlagert bzw. in deutsche Schwesterbetriebe integriert, um diese auszulasten.

Auch für den Rest der Mannschaft in Weiden gebe es keine langfristigen Garantien. "Wird der Sozialplan zu teuer, können wir den Standort nicht halten." Hinzu komme, dass das Werksgelände selbst - als einziges in der Unternehmensgruppe - nicht im Eigentum der Polytec sei, sondern für teures Geld angemietet ist. "Wir haben den Pachtvertrag beim Kauf des Werkes mit übernommen."
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