Weiden 4.0: Digitalisierung in der Schule
Lernen mit Lego-Roboter

Lego-Roboter bauen und programmieren - das mache riesigen Spaß, schwärmen die FOS/BOS-Lehrer (von links) Christian Wolf, Stefan Frank und Dr. Michael Birner. Nicht das einzige Beispiel für die fortschreitende Digitalisierung im Schulalltag. Bild: Bühner
 
Smart-Boards gibt es an der FOS/BOS in allen Klassenräumen. Schulleiterin Gabriele Dill (3. von links), stellvertretender Schulleiter Jürgen Gleixner und das Lehrerteam für den Technikunterricht sehen eine großen Unterrichtsbereicherung

Schultafeln, an die Lehrer und Schüler mit Kreide schreiben? An der FOS/BOS gibt es sie längst nicht mehr. Stattdessen You-Tube-Filme im Geschichtsunterricht und Lernstoff auf USB-Sticks.

Schüler loggen sich von zu Hause ins "Webmeeting" ein, Filme laufen übers Smart-Board, der Lego-Roboter lehrt das Programmieren. All dies ist nur ein kleiner Teil der Veränderung der Schulwelt durch die Digitalisierung. Während im traditionellen Schulunterricht schon der Tageslichtprojektor mit Folien ein Fortschritt war, profitiert der Unterricht heute vom Einsatz modernster Medien.

Führend im Einsatz digitaler Medien im Schulunterricht ist die FOS/BOS in Weiden. "Die Begeisterung für diese Technik springt auf die Schüler über und motiviert sie zum Lernen", weiß Schulleiterin Gabriele Dill. So könne Schritt für Schritt verwirklicht werden, was Pädagogen längst für den Schulunterricht fordern: Lernen durch aktives Tun und nicht durch den mühevollen Versuch, den Frontalunterricht vom Vormittag am Nachmittag zu rekapitulieren.

"Wir kommen so immer weiter weg von der traditionellen Schüler-Lehrer-Situation", sagt Systembetreuer Christian Wolf. Spürbar wird, dass die neuen Medien und Präsentationstechniken auch für die Lehrer selbst ein wichtiger Motivationsmotor sind. "Da spielt sehr viel freiwilliges Engagement eine große Rolle", stellt stellvertretender Schulleiter Jürgen Gleixner fest.

Mit Web-Cam unterwegs


Ein Beispiel: Dr. Michael Birner unterrichtet als Mathematiker die Technik-Klassen in den Fächern Informatik und Programmiersprachen. Voller Begeisterung führt er die aus Lego-Bausätzen gebauten Roboter vor. Einer davon ist programmiert, einen Behälter zu greifen und ihn an einer exakt vorgegebenen Stelle zu platzieren. Einfache und komplexe Befehle könne dieser Roboter verstehen, erläutert der Pädagoge. Der Roboter kann Entfernungen messen, Farben erkennen oder mit einer Web-Cam verbunden werden. "Mit Lego-Robotern kann ich viele Programmsprachen vermitteln", freut sich Birner. Für jeweils zwei Schüler stehe im Unterricht ein Bausatz-Kasten zur Verfügung. Im Technikunterricht wie auch in anderen Fächern kooperiert die Schule mit externen Firmen.

Mit ähnlicher Begeisterung zeigen die Fachbetreuer Johann Trenz, Johann Bernklau sowie Stefan Frank und Richard Müller ihre Beispiele für den Einsatz digitaler Techniken im Schulunterricht. Da ist zum Beispiel der 3-D-Drucker, mit dem Schüler diese Drucktechnik und damit die sogenannten additiven Verfahren kennenlernen. Auch die CAD-Programmierung ist Bestandteil dieses Unterrichts. Ein anderes Beispiel ist das "Mikro-Controllerboard" zur Steuerung von Anlagen oder zur Ermittlung von Messwerten. Doch die Nutzung digitaler Techniken und moderner Kommunikationsmethoden an der FOS/BOS geht auch noch einen Schritt weiter.

Noch nennt man es ein Pilotprojekt, doch es wird schon seit drei Jahren im Fach Technologie praktiziert und soll ab kommenden Herbst im Mathematik-Unterricht eingesetzt werden. "Web-Meetings zur Stoffvertiefung" werden zu komplexen Themenbereichen und zur Prüfungsvorbereitung angeboten. Schüler loggen sich dabei von zu Hause ein, und die Lehrkraft übernimmt die Moderation. Schüler können auch Fragen stellen und die Lerninhalte "per Download" jederzeit nochmals aufrufen. Durchschnittlich würden rund 40 Prozent der Schüler freiwillig daran teilnehmen.

Smart-Board statt Tafel


Ein tägliches Erlebnis digitaler Techniken vermittelt das in allen Klassenzimmern vorhandene Smart-Board. Diese dürfte die wohl die größte Veränderung des Schulalltags seit Jahrzehnten darstellen. Kein PC oder Beamer ist erforderlich. Das Internet und alle Programme von Windows sind im Unterricht permanent verfügbar, um die Unterrichtsinhalte zu veranschaulichen. "Als Lehrer hat man seinen vorbereiteten Unterricht dabei, und die Smartphones oder Tablets der Schüler können eingebunden werden", schwärmt Systembetreuer Wolf. Mit der Dokumentenkamera kann jedes Schriftstück am Smart-Board angezeigt werden.
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