Weiden: Wegen Sperrung der Sedanstraße bleibt Winkler-Parkplatz leer
Einzelhandel: Osterfest kräftig verhagelt

Der Winkler-Parkplatz mit Blick zur gesperrten Sedanstraße: Weitgehend leer, ebenso wie die Kassen in den Einzelhandelsgeschäften der Innenstadt. Dabei können die über 100 Stellplätze über die Goethe-/Mohren und Weißenburgstraße (rechts) problemlos angefahren werden. Bild: Götz
Mit der Sperrung der Sedanstraße stranguliere die Stadt den Handel in der Innenstadt. Das stellt Christine Ferrandino, die Inhaberin der Boutique Christin in der Türlgasse fest. Dem Einzelhandel sei das Osterfest kräftig verhagelt worden - nicht nur wegen der Wetterkapriolen. Viele Kunden seien "draußen geblieben", wollten sich den Stress, der mit Umleitungen, Umwegen und Parkplatzsuche verbunden war, erst gar nicht antun. "Uns allen ist das Ostergeschäft entgangen."

Diese Bilanz bekräftigt auch Buchhändler Martin Stangl. Die für auswärtige Kunden "ungeklärte Verkehrs- und Parksituation" habe viele vollkommen verunsichert und dem Einzelhandel bares Geld gekostet. Dabei sei Ostern für jedes Geschäft sehr wichtig. "Die Tage vor dem Fest sind für uns ein bedeutender Impulsgeber. Er hat heuer nicht gezündet. Im Gegenteil: Er wurde abgewürgt." Den Hinweis auf die schlechte Witterung lässt Stangl nicht gelten. "Wetter ist immer. Früher waren in der Karwoche die Leute da. Mit der Sperrung der Sedanstraße wurden die Kunden in die Märkte draußen oder ins Internet getrieben. Wer im Internet kauft, der gewöhnt sich schnell daran."

Ebenso wie Apotheker Andreas Biebl und Christine Ferrandino verweist Stangl auf "Mängel in der Verkehrsführung". Die Kunden fänden den Winkler-Parkplatz nicht mehr. Wo sonst kaum ein freier Fleck zu finden war, verirrte sich seit der Sperrung der Sedanstraße nur noch eine handvoll Fahrzeuge auf die über 100 Stellplätze.

Der Einzelhandel stehe, so bekräftigt Stangl, "wie ein Mann" hinter der Stadtgalerie, wenn sie die Verträglichkeitskriterien einhalte, die der "Runde Tisch" erarbeitet habe. "Wir müssen schauen, dass sie zügig kommt. Alles andere ist besser als ein weiterer Leerstand." Natürlich seien die Vorbereitungsarbeiten für Abbruch und für den Neubau Umleitungen und Straßensperrungen nötig. Allerdings müssten die Folgen für die Innenstadt "bedacht und abgemildert" werden. "Es darf keiner glauben, dass eine so riesige Veränderung ohne große Beeinträchtigungen abgeht. Alle müssen irgendwie durch diese Durststrecke kommen."

Stangl wartet dazu mit konstruktiven Vorschlägen auf. So müsse während der Zeit der massiven Eingriffe in die Kundenströme das kostenlose Parken in der Innenstadt ermöglicht werden. "Das ist billiger als wenn die Geschäfte flöten gehen."

Außerdem, so betont Martin Stangl, brauche die Innenstadt den ÖPNV - und zwar einen kostenlosen Bus, der die Strecke vom Josef-WittPlatz bis zum Unteren Tor bedient. "Das wäre ein Signal an unsere Kunden und würde Frequenz in die Fußgängerzone bringen."
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