Wirtschaft sorgt für volle Kassen
Steuereinnahmen am Finanzamt Weiden sprudeln wie noch nie

Noch residiert in dem Gebäude am Schlörplatz die Reisekostenstelle, bald will hier die zentrale Finanzkasse einziehen. Bild:

So kräftig sprudelten die Einnahmen noch nie. Einen neuen Rekord bescherte das Jahr 2015 dem Finanzamt Weiden. Das Steueraufkommen beläuft sich auf 653 Millionen Euro: eine deutliche Steigerung zu 2014 mit 608 Millionen Euro.

Vor zehn Jahren - 2005 - lag das Steueraufkommen in Weiden und im Landkreis Neustadt/WN gerade mal bei 512 Millionen Euro. 2012 knackte dann der heimische Fiskus erstmals die 600-Millionen-Euro-Marke. Die 44,8 Millionen Euro Mehreinnahmen von 2014 auf 2015 bedeuten eine Steigerung um 7,36 Prozent. Die Entwicklung erläuterte Finanzamtsleiter Hubertus König gegenüber unserer Zeitung.

Größtes Schwergewicht bei den Einnahmen war die Lohnsteuer: Hier flossen 245,5 Millionen Euro (plus 4,52 Prozent) an den Fiskus. König: "Das spricht für neue Arbeitsplätze und Lohnsteigerungen." Noch höher fiel das Wachstum bei der Kapitalertragssteuer (nicht veranlagte Steuer von Erträgen) aus. Die Kapitaleinkünfte legten um 6,21 Prozent auf 23 Millionen Euro zu.

Um bemerkenswerte, ja sensationelle 15,7 Prozent wuchs die - zeitnah erhobene - Umsatzsteuer auf 234,5 Millionen Euro. König: "Die Umsätze der Unternehmen stiegen im vergangenen Jahr kräftig. Es wurde mehr geliefert und geleistet." Die zweistellige Zunahme sei ein positives Zeichen für die Region. Ähnlich erfreulich für den Fiskus entwickelte sich auch die Einkommensteuer: Sie machte 2015 regelrecht einen Sprung um 15,1 Prozent auf 85,7 Millionen Euro. Die in der Regel "Besserverdienenden" im Raum Weiden-Neustadt toppen damit den Bayern-Durchschnitt von 8,3 Prozent fast um das Doppelte. Analog dazu erhöhten sich die Einnahmen aus dem Solidaritätszuschlag um 8,8 Prozent auf 19,6 Millionen Euro. Bemessungsgrundlage für den "Soli" sind Einkommen- und Kapitalertragsteuer.

Die Niedrigstzinsphase schlägt beim erneuten Rückgang der Abgeltungsteuer um 1,2 Prozent auf 4,18 Millionen Euro durch.

Dagegen gingen die Unternehmensgewinne deutlich zurück. Die Körperschaftsteuer (für Einkommen von Kapitalgesellschaften wie eine GmbH) sank um 11,1 Prozent auf 40,3 Millionen Euro. Diese Steuerart greift allerdings in die vergangenen Jahre zurück. "Da fielen wohl die Gewinne 2013 geringer aus", meinte Finanzamtschef Hubertus König.

Zentrale Finanzkasse


Mit 156 Vollzeitstellen (entspricht 179 Mitarbeitern) ist das Finanzamt Weiden nach Auskunft von König "relativ gut besetzt". Im Lauf des Jahres zieht die neu strukturierte Finanzkasse in das Gebäude hinter dem Schlör-Denkmal ein. Dort residiert derzeit noch die Reisekostenstelle der Justiz, die in das Gewerbegebiet-Mitte umsiedelt: in das historische Verwaltungsgebäude des ehemaligen Eisenbahnausbesserungswerks. Die Finanzkasse bündelt die Buchung und Verrechnung der Steuereinnahmen der Finanzämter Weiden, Waldsassen und Cham. Es entstehen insgesamt 25 Vollzeit-Arbeitsplätze, bisher waren es rund 9.
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