Wirtschaftsschüler gehen für einen Tag arbeiten und spenden ihren Lohn
Schuften für den guten Zweck

Wirtschaftsschüler gehen arbeiten und spenden ihren Lohn. Artur (links) hat es Spaß gemacht, die Kollegen im Sporthaus Fehr zu unterstützen. Trotzdem reizt ihn Informatik mehr. David (Mitte) kann sich nach seinem Einsatz bei Bürobedarf Blenz einen Beruf im Einzelhandel vorstellen. Vanesse arbeitete bei Schuhe Weiss. Sie will später aber lieber Jura studieren. Bilder: otj (3)

Klar: Schüler haben schlichtweg nicht genug Geld, um groß zu spenden. Wollen sie dennoch Gutes tun, müssen sie sich etwas einfallen lassen. Die Schüler der Wirtschaftsschule haben da eine clevere Strategie.

(otj) "Tagwerk Schule - Dein Tag für Afrika" heißt die bundesweite Aktion, die in diesem Jahr schon zum achten Mal über die Bühne geht - im Zeichen von "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage". Für Toleranz und für ein gerechtes Miteinander.

Zwei achte Klassen und eine neunte Klasse der Wirtschaftsschule arbeiteten am Dienstag in Unternehmen und Einrichtungen wie Bäckereien, Einzelhandelsgeschäften oder Kindergärten in Weiden und Umgebung - mit Arbeitsverträgen und allem, was dazu gehört.

So wird ein Schuh daraus


Der 15-jährige David hatte sich beispielsweise für Schreibwaren und Bürobedarf Blenz entschieden. Seine Einsatzgebiete: Papier aus dem Lager holen, beim Aufräumen helfen und Folien sortieren. Natürlich hatte er bei seinem Gastspiel noch nicht das Heft in der Hand. "Einen Beruf im Einzelhandel kann ich mir trotzdem gut vorstellen", sagte er.

Vanesse, 15 Jahre alt, hatte sich für eine Praktikumsstelle bei Weiss Schuhe entschieden. Ihre Aufgaben waren unter anderem, Schuhe auszuzeichnen und nach Größe zu sortieren. Sie kann sich schon vorstellen, einmal im Einzelhandel zu arbeiten, "aber eigentlich möchte ich lieber Jura studieren". Ein Vorschlag: Justiziarin im Einzelhandel - so wird ein Schuh daraus.

Mit Muskelkraft


Sportlich nimmt Artur sein "Tagwerk". Der 15-Jährige hat das Sporthaus Fehr für sich ausgesucht: Waren auszeichnen und sich im Lager mit Muskelkraft am Aufräumen beteiligen, das waren seine Hauptbeschäftigungen. Eigentlich möchte Artur etwas in Richtung Informatik machen. "Aber es schadet nie, wenn man einen Plan B hat."

Der komplette Lohn - ungefähr 2500 Euro - geht an Bildungsprojekte in Afrika. Vor allem Kinder und Jugendliche in Angola, Burundi, Ruanda, Sudan und Südafrika werden durch diese Aktion unterstützt. Die Hälfte der Einkünfte wird an eine Paten-Kinderfamilie in Ruanda gespendet.

Eine tolle Aktion, aus mehreren Gründen: Die Schüler können sich sozial engagieren, ohne das Sparbuch auf den Kopf zu hauen, und bekommen Einblicke in das echte Berufsleben. Die Teilnahmebestätigung macht sich außerdem gut im Bewerbungsschreiben.
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