Zahlreiche Geschäftsveränderungen in Innenstadt
Fünf Schließungen und zwei neue Pläne

1969 eröffnet, 2015 geschlossen: Die Adler-Apotheke ist seit 1. Februar Geschichte. Bilder: Hartl (2)
Innerhalb kurzer Zeit schließen in der Innenstadt fünf Geschäfte, darunter eine Apotheke. Betroffen ist nicht zuletzt der nördliche Bereich. Dort stellt die Sperrung der Allee-Tiefgarage für einige Läden offenbar ein immenses Problem dar. Umgekehrt entsteht aber auch Neues: So wird bald ein mexikanisches Restaurant im früheren "Loco" eröffnen. Auch ins Anker-Gebäude könnte bald ein neuer Mieter einziehen.

Zahlenmäßig überwiegen jedoch die Schließungen. Ein Beispiel dafür ist die Adler-Apotheke . Das Aus in der Wörthstraße kam zum 1. Februar - und für die Mitarbeiter offenbar völlig überraschend. Die Gründe seien vielfältig, erklärt Apothekerin Claudia Burghofer. So hätten es Apotheken in der Innenstadt grundsätzlich immer schwerer, weil Ärzte - und damit auch Patienten - in die Randbereiche ziehen. In ihrem Fall seien nun zwei Mediziner aus der unmittelbaren Nähe etwas weiter weggezogen. Ein mindestens so wichtiger Grund sei aber auch die sinkende Kundenfrequenz in der Innenstadt. "Früher haben Sie am Großparkplatz kaum einen Parkplatz bekommen, und jetzt ..." Die Schließung der Adler-Apotheke, die Ende 1969 eröffnete, bedauere sie. Ihre zweite Apotheke, die Stockenhut-Apotheke, werde sie dagegen weiter betreiben, sagt Burghofer.

Zugesperrt haben auch die "Schatztruhe" im Stadtmühlweg und der Blumenladen "Florofino" in der Schulgasse. Dort um die Ecke haben noch zwei weitere Läden ihre Schließung angekündigt. So läuft bei "Dagmar's Blumenladl" an der Allee der Abverkauf bis 21. Februar. Dass sie ihr Geschäft nach drei Jahren wieder aufgibt, hat für Dagmar Buchka verschiedene Gründe. Der wichtigste liegt gleich um die Ecke: die Tiefgarage. Zunächst durch die Teil-, nun durch die Vollsperrung bleibe die wichtige Laufkundschaft aus. "Es war mein großer Vorteil, so nah an der Tiefgarage zu sein. Jetzt ist es ein großer Nachteil." Auch den Umzug der FOS/BOS spüre sie: Seither seien gerade junge Kunden selten geworden. Weniger Kunden, aber gleichbleibende Mieten - für sie sei es sehr schwer geworden.

Ähnlich auch in der Nähe, in der Türlgasse: Dort schließt das Wollgeschäft "Strickeria" Ende März nach etwas mehr als vier Jahren. Inhaberin Silvia Bauriedl hadert ebenfalls mit der Lage. "Es gibt keinen Durchgangsverkehr mehr, und durch die Tiefgarage ist es schlimmer geworden." Dabei hätten es Läden in den Seitengassen eh besonders schwer. So wie die Innenstadtläden allgemein, die Konkurrenz aus dem Internet bekämen und für deren Kunden es nur ein begrenztes, kostenpflichtiges Parkplatzangebot gebe.

Andere dagegen setzen auf den Standort. Zum Beispiel der Interessent für die Räume des früheren "Imbiss Café" im Anker-Gebäude an der Dr.-Pfleger-Straße. Ein Mietvertrag sei zwar noch nicht unterschrieben, weshalb sie auch noch nichts zu dessen Branche verraten könne, sagt Anne Brünnig, Geschäftsführerin der Anker-Bräu GmbH. Das könnte sich aber bald ändern: Die Verhandlungen seien bereits weit fortgeschritten.

Weit gekommen sind auch die Umbauarbeiten im früheren Restaurant "Loco". In der Spitalgasse soll erneut ein Mexikaner eröffnen. Ursprünglich unter dem Namen "Habaneros" im September - nun als "Comidas" im Februar. Die Namensänderung erklärt Co-Geschäftsführer Christian Haberkorn mit rechtlichen Gründen, "Habaneros" sei bereits als Name besetzt. Die spätere Eröffnung begründet er mit der Kernsanierung des Gebäudes. Und mit der aufwendigen Suche nach Personal und nach Wegen, Zutaten für die Küche möglichst regional einzukaufen. "Wir wollten erst aufmachen, wenn alles perfekt ist." Das ist nun offenbar der Fall: Mitte Februar soll eröffnet werden.

Bereits am heutigen Donnerstag öffnet die Modekette "Jeans Fritz" ihre neue Niederlassung im Kaufland-Gebäude. Die Filiale hat eine Verkaufsfläche von rund 300 Quadratmetern und zählt fünf Mitarbeiter.
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