Zukunft wird hybrid

Die Schaeffler AG erzielt jeden Monat einen neuen Umsatzrekord.

Den Vorhang für die Mobilität in den nächsten Jahrzehnten lüftete ein Top-Manager der Schaeffler AG. Seine Prognose: 2030 werden Hybridfahrzeuge weltweit einen Marktanteil von 35 Prozent haben.

Tief stapelte Professor Peter Gutzmer, als er an der OTH in Weiden die Schaeffler AG (Herzogenaurach) mit ihren 80 000 Beschäftigten und 74 Werken in 49 Ländern als "großen Mittelständler" bezeichnete. Der Vorstand für Forschung und Entwicklung sprach am Mittwochabend beim 11. Partner-Circle der Hochschule, einem wissenschaftlichen Verbund mit 27 führenden Unternehmen in der Region.

Der weltweit größte Hersteller von Wälzlagern (u.a. für die Turbinen des Airbus) und Automobilzulieferer (Motoren, Getriebe, Kupplungen) mit einem Umsatz von 11,2 Milliarden Euro meldete im vergangenen Jahr 2100 neue Patente an. Wie Professor Gutzmer berichtete, stellt der Konzern jährlich 40 bis 50 Millionen Euro für "kreative Spinnereien" zur Verfügung: etwa für die Tüftelei mit Brennstoffzellen oder neue Beschichtungen. "Bei unseren 225 000 Produkten in 60 Geschäftsbereichen steht die Qualität über allem", verwies der Manager auf die starke Innovationskraft und die "sehr hohe Wertschöpfung".

"Der Bedarf an Mobilität korreliert direkt mit dem Bruttosozialprodukt." Der Referent sieht die Zukunft in "Mobility on demand", der Mobilität auf (individuellen) Wunsch. Er prognostizierte einen weltweiten Anstieg der Hybridfahrzeuge von 20 Prozent im Jahr 2020 auf mindestens 35 Prozent im Jahr 2030. Der Anteil der Elektrofahrzeuge werde auch 2030 lediglich bei 9 Prozent liegen.

Optimierte Getriebe

Neben dieser "Hybridisierung" werde die Bedeutung effizienter Getriebe und reibungsarmer Motoren-Elemente ebenso zunehmen wie ausgefeilte Start-Stop-Systeme mit der Umstellung von 12 auf 48 Volt. Gutzmer sprach in diesem Zusammenhang von einem Paradigmenwechsel: "Allein die optimierten Getriebe senken den Verbrauch um 10 bis 15 Prozent." Ganz oben stehen in Zukunft das autonome Fahren etwa in Parkhäusern oder bei Verkehrsstauungen und die komplette Integration des Internets im Auto. Die "Mobilitäts-Strategie ohne Verbrennungsmotoren" für die wachsende Zahl der Mega-Metropolen beinhaltet E-Bikes ebenso wie Busse, die sowohl auf der Straße als auch auf der Schiene verkehren. Schaeffler setzt hier auf "marktspezifische Konzepte" für die Wirtschaftsräume Indien, China, USA und Europa. China ist für die Herzogenauracher übrigens der größte Wachstumsmarkt, als "Sorgenkind" gilt Südamerika.

Markt-Scouts erforschen für den Konzern die "Mega-Trends" wie Globalisierung, erneuerbare Energien, Digitalisierung und Verstädterung.
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