Zwei Schüler-Firmen organisiert: "Happy Snack Shop" und die "Holzwürmer" - Nistkästen nach ...
Stötznerschüler sind ihre eigenen Chefs

Der Umsatz muss stimmen. Die Schüler bauen neue Produkte. Bild: blu

Wenn die Initiative von den Schülern ausgeht, dann kommt meistens etwas Gutes dabei raus. Im Falle des Sonderpädagogischen Förderzentrums Stötznerschule sind das sogar gut laufende Unternehmen.

Gleich zwei Schülerfirmen hat die Schule organisiert. Den Pausenverkauf "Happy Snack Shop" und einen Holzbetrieb. Die "Stötzner Holzwürmer" können bereits ein vielfältiges Produktsortiment anbieten: Handschmeichler, Weinhalter, Weihnachtskrippen und sogar eine Schokokuss-Wurfmaschine. Sie wird für kleines Geld vermietet und ist bei Kindergeburtstagen der Renner.

Besonders innovativ verbinden die "Holzwürmer" Umweltschutz und Umsatz bei ihrer Nistkästen-Aktion. Abgestimmt auf einzelne Vogelarten, werden die Nistkästen nach Kundenwunsch gefertigt. Diese können die Käufer natürlich gleich mit nach Hause tragen. Oder sie übernehmen eine Patenschaft. Dann gehen die sieben Mitglieder der Schülerfirma mit Stadtförster Wolfgang Winter in den Stadtwald und bringen die Kästen an Bäumen an. Die GPS-Koordinaten der Bäume schicken sie an die Paten. So kann jeder Einzelne seinen Nistkasten besuchen und die Vögel bei der Brutpflege beobachten.

Die Schüler kümmern sich dabei um alle Arbeiten, die bei einem echten Unternehmen auch anfallen. Natürlich gibt es hier keine Lohn- und Nebenkosten, aber die Abrechnung bleibt ihnen nicht erspart. "So lernen sie mehr vom wahren Leben nach der Schule", sagt Fachlehrer Tobias Greger, der sie bei ihren Aufgaben begleitet. Das wahre Leben heißt hier Kontoführung, Einkauf, Werbung, aber auch Gewinn. "Wenn die Leute was kaufen, dann merkt man, was man gemacht hat und dass es gut ist", zeigt sich Marcel Kunz (16) zufrieden.

Von den überschüssigen Einnahmen gönnen sich die sieben Schüler auch mal zusammen eine Pizza als Betriebsessen. "Das Geld vom Konto abzuholen ist natürlich das Beste", scherzt Manuel Hoffmann (15). Aber der Gewinn wird natürlich gespart für neue Projekte. Denn mit Geld umgehen und Kalkulieren lernen die Schüler natürlich auch. Trotzdem würde sich nicht jeder nach dieser Erfahrung gerne selbstständig machen. "Überall muss man seinen Kopf haben, sich um die Abrechnung kümmern, und natürlich darum, dass es den Angestellten gut geht", spekulieren die Schüler.

Das Wohl des Arbeitnehmers im Blick haben, davon kann sich so mancher Unternehmer in Deutschland von den "Holzwürmern" wohl eine Scheibe abschneiden.
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