Eine Ölspur nach dem Abendessen

Die Übungsgruppe mit (von links) Bürgermeister Jörg Fritsch, Fabian Pickel, Uwe Sterndeckert, 2. Bürgermeister Fabian Bräutigam, Kreisbrandmeister Hans Ludwig und (Zweiter von rechts) Kommandant Jens Sollner. Bild: fm
Lokales
Weigendorf
27.09.2014
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Zum "Aufwärmen" ein brennender Mülleimer, mitten in der Nacht eine Fettexplosion, später noch eine Vermisstensuche und ein Verkehrsunfall: Das alles taten sich elf junge Leute aus Weigendorf und Pommelsbrunn an. Und zwar freiwillig.

Die Zusammenarbeit benachbarter Feuerwehren gewinnt durch das neue Alarmsystem immer mehr an Bedeutung. Deshalb lud die Jugend der Feuerwehr Weigendorf den Nachwuchs aus Pommelsbrunn zu einer 24-Stunden-Übung ein. Das Programm ließ kaum eine Situation aus, in der die Wehr zum Einsatz gerufen wird.

Rasch gelöscht

Kaum hatten sich die Beteiligten bekannt gemacht, da schrillte schon der erste Alarm. So begann das Übungsprogramm mit einem brennenden Mülleimer, den die Feuerwehr-Anwärter rasch löschten.

Nach dem Abendessen ging es Schlag auf Schlag mit einer Ölspur, die es zu beseitigen galt, der Rettung eines Kleintiers und einem Fehlalarm, der auf eine angebliche Rauchentwicklung zurückging. Auch so etwas gehört eben zum "richtigen" Leben dazu. Mitten in der Nacht spielten die Jugendlichen vor dem Gerätehaus durch, was zu tun ist, wenn sich Fett entzündet hat. Sie wussten natürlich, dass es auf keinen Fall mit Wasser in Berührung kommen darf. Es muss mit Löschschaum gearbeitet werden.

Nach der gestörten Nachtruhe im Gerätehaus und einem Frühstück stand ein simulierter Waldbrand an. Bekämpft werden sollte er mit Wasser aus dem Weigenbach. Kaum war das erledigt, hieß es, auf die Suche nach einer vermissten Person zu gehen. Sie lag unter einem Baum eingeklemmt und musste mit dem Hebekissen befreit werden.

Es blieb gerade Zeit zum Mittagessen, dann rückte die Gruppe schon wieder zu einem Unfall nach Pommelsbrunn aus. Dort übte sie das Bergen einer eingeklemmten Person mit Spreizer und Schere. Die letzte Aufgabe stellte ein Brand beim Pumpenhaus der Wasserversorgung am Feldweg nach Guntersrieth. Dazu wurde eine längere Schlauchleitung zum Högenbach gelegt.

Sich freiwillig engagiert

Abgekämpft, aber zufrieden trafen sich neun Burschen und zwei Mädchen zur Abschlussbesprechung. Weigendorfs Kommandant Jens Sollner, einer der Begleiter, lobte die Vorteile der gemeinsamen Übungen. Den Ablauf schilderte Jugendbetreuer Fabian Pickel, der den Übungsplan ausgearbeitet hatte.

Der Pommelsbrunner Bürgermeister Jörg Fritsch war von den vielfältigen Aufgaben beeindruckt und lobte die gemeinsame Ausbildung. Als Belohnung spendierte er ein Pizza-Essen, an dem sich auch die Gemeinde Weigendorf beteiligte. Deren 2. Bürgermeister Fabian Bräutigam sprach die Anerkennung für das freiwillige Engagement der Jugend aus. Kreisbrandmeister Hans Ludwig machte auf das neue Leitsystem aufmerksam. Künftig werden die nächstliegenden Wehren zum Einsatzort geholt. Der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, wie im Fall Weigendorf und Pommelsbrunn, komme da eine besondere Bedeutung zu.
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