Weigendorf ist für ihn die "schönste Gemeinde": Bürgermeister Pickel im Interview
"Ich bin gerne unter Leuten"

Auch von lebenserfahrenen Bürgern kann man, wenn man bereit ist, gut zuzuhören, viel aufnehmen.
Lokales
Weigendorf
28.05.2015
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Drei Tage Beruf, zwei Tage Bürgermeister - so einfach ist die Rechnung für einen "Ehrenamtlichen" nicht. Diese Erfahrung machte Rainer Pickel, Bürgermeister in Weigendorf.

Was hat sich denn in Ihrem Leben mit dem Amt verändert?

In der Gemeinde Weigendorf ist das Amt des Bürgermeisters eins sogenanntes "Ehrenamt". Ich gehe deshalb noch 3 Tage in der Woche meinem Beruf nach. 2 Tage bin ich für meine politische Tätigkeit freigestellt. Aber natürlich gibt es darüber hinaus noch viele Termine und Arbeiten, die am Wochenende oder an den Abenden unter der Woche wahrzunehmen und durchzuführen sind. Ich habe also gut zu tun.

Was sagt die Familie dazu?

Meine Frau und ich haben uns gemeinsam den Schritt gut überlegt. Da ich aber schon vorher vielfältig gesellschaftlich engagiert war, z.B. 15 Jahre Vorstand des größten Vereins in der Gemeinde, war für uns der Einsatz für die Allgemeinheit nichts Neues und der Schritt zur Kandidatur für das Bürgermeisteramt folgerichtig. Für die Unterstützung meiner Frau bin ich sehr dankbar.

Von wem oder wodurch haben Sie in diesem Jahr am meisten gelernt?

Bürgermeister ist ein Amt, wo man jeden Tag was Neues dazu lernt. Viel lernt man von den langjährigen Angestellten der Verwaltungsgemeinschaft. Auch von lebenserfahrenen Bürgern kann man, wenn man bereit ist, gut zuzuhören, viel aufnehmen.

Welche Ihrer neuen Pflichten fallen Ihnen denn schwer?

Die sprichwörtlich "allgegenwärtige" Bürokratie, die Bürgermeister und Gemeinderat im einen oder anderen Fall in ihrer Entfaltungsmöglichkeit einschränkt, ist nicht immer gerne akzeptiert. Im Gegenzug wiegt der vielfältige Kontakt mit den Menschen dies leicht auf. Ich bin gerne unter Leuten.

Worüber haben Sie sich in Ihrem ersten Amtsjahr besonders gefreut?

Besonders hat mich gefreut, dass wir beim Bezirksentscheid "Unser Dorf soll schöner werden" mit dem Ortsteil Haunritz die Bronzemedaille gewonnen haben. Hier nochmal mein Dank an alle Haunritzer und den Bauhof-Mitarbeitern für ihren Einsatz.

Ihr Vorgänger Georg Schmid bezeichnete Weigendorf gerne als "schönste Gemeinde im Landkreis". Wie ist Ihr Bezug zur unmittelbaren Heimat?

Ich bin in Ernhüll, der höchsten Erhebung in der Gemeinde Weigendorf, groß geworden und habe hier mit meiner Frau unser Haus gebaut. Wir haben eine wunderschöne Gegend, sehr gute Gastronomie und Übernachtungsmöglichkeiten. Viele unserer Gäste schätzen dies sehr und kommen regelmäßig wieder. Ich muss also feststellen: Georg Schmid hat recht.
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