Ein Wirtschaftsweg soll einer Erweiterung des Sternwirts in Högen weichen
Landhotel auf Expansionskurs

Politik
Weigendorf
22.06.2016
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Bautätigkeit ist in einer Gemeinde erwünscht. Manchmal geht es aber nicht so einfach, wissen die Weigendorfer Räte aus aktuellen Erfahrungen. Platzmangel oder Denkmalschutz bilden das eine oder andere Problem.

Deinsdorf. Zu Beginn der Sitzung im Fritzenhof teilte Bürgermeister Reiner Pickel die Pläne zu einer Bauvoranfrage von Jürgen Haas aus. Der Juniorchef des bekannten Landhotels Sternwirt in Högen beabsichtigt eine Erweiterung des Komplexes. Diese wäre im eng bebauten Dorfzentrum aber nur auf der Fläche eines bestehenden Wirtschaftswegs zur Hochfläche möglich. Das Verfahren zur Umwidmung läuft bereits.

2. Bürgermeister Fabian Bräutigam erklärte für die Wahlgemeinschaft Weigendorf das Einverständnis, das auch die anderen Fraktionen signalisierten. Er wünschte sich eine Regelung für die Anlieferung von Waren. Zudem berühre das Vorhaben ein Landschaftsschutzgebiet. Mit diesen Anmerkungen befürwortete der Gemeinderat das Baugesuch.

Abbruchmaterial anbieten


Mit dem Denkmalschutz hatte der Antrag von Günter Niebler zu tun. Er möchte eine Scheune im Ortszentrum von Weigendorf abreißen, die nur unter erschwerten Bedingungen noch landwirtschaftlich genutzt werden könne. Außerdem weise sie schon einige Schäden auf. Gemeinderat Walter Kempf schlug vor, dem Denkmalamt das Abbruchmaterial - gehauene Steine und altes Gebälk - für dessen Zwecke anzubieten. Man könne auch versuchen, über die Leerstandbörse der Gemeinde einen Kaufinteressenten zu finden. Zum Antrag erteilte der Gemeinderat das Einverständnis der Kommune.

Ein weiteres denkmalgeschütztes Objekt, das Schloss in Haunritz, wurde mit dem Sanierungsantrag von Katrin Brand und Christian Lepp vorgestellt. Der Erhalt und die Umgestaltung eines Teils der Anlage fand die Zustimmung der Räte. Dabei redet aber auch das Denkmalamt noch ein Wort mit.

In eigener Angelegenheit nahmen die Räte die Verschmelzung von zwei Grundstücken zur Kenntnis. Beim früheren Ausbau der Ortsstraße ab der B 14 nach Haunritz wurde die reine Straßentrasse aus dem Stammgrundstück herausgemessen. Vor den Häusern blieb ein Streifen übrig, über den die Anlieger ihre Einfahrten anlegen mussten. Dies wurde von der Gemeinde ohne schriftliche Vereinbarung geduldet. Zur Klarstellung wurde beschlossen, die beiden Grundstücke zu verschmelzen.

Im Infoteil wies der Bürgermeister auf die Möglichkeit hin, während der Sommerferien preisgünstige Fahrkarten im Bereich des VGN Nürnberg zu bekommen. Florian Süß monierte den ausgewaschenen Feldweg zwischen Weigendorf-Hohenschlag und Haunritz. Willi Grötsch erinnerte an die Versetzung eines Verkehrsschilds bei der Einfahrt zu seinem Grundstück oder einen Hinweis auf die Sackgasse.

Einige Aktive der Feuerwehr Haunritz-Högen kamen beim Hinweis auf die Erweiterung ihres Gerätehauses zu Wort. Ein "runder Tisch" soll den Umfang des Projekts sowie Eigenleistung und Finanzierung ermitteln. Gemeinderat Thomas Dotzler regte an, auch den Bauausschuss daran zu beteiligen.

Verursacher muss zahlen


Walter Kempf fragte an, ob beim Erweiterungsbau des Kindergartens für die Kinderkrippe eine öffentliche Förderung nach dem Kommunal-Investitionsprogramm möglich sei. Der Bürgermeister verneinte dies. Zu Feuerwehr-Einsätzen bei Unfällen gab es die Auskunft, dass der Zeit- und Materialaufwand der Verwaltungsgemeinschaft mitgeteilt wird, die dann bei den Verursachern eine Erstattung einfordert.
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