Amberger Singen und Musizieren
So klingt die Oberpfalz

Volles Haus im Kongresszentrum, drei Gruppen auf der Bühne. Gut zweieinhalb Stunden wurde am Montagnachmittag für beste Unterhaltung gesorgt. Bilder: Andreas Brückmann (3)
Vermischtes
Weigendorf
30.03.2016
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Amberg: ACC |

Wer nur Hochdeutsch versteht, ist beim Amberger Singen und Musizieren völlig fehl am Platz. Selbst Bayerisch-Grundwissen reicht manchmal nicht aus, denn die Musiker sind echte Oberpfälzer, die "grodo singa, zünftig aafspüln und a Tanzl draaf ham".

Amberger Singen und Musizieren - die Veranstaltung ist ein fester und beliebter Bestandteil des Kulturprogramms. Auch in diesem Jahr, zur zehnten Auflage des Brauchtum- und Tanznachmittags, war das Kongresszentrum ausverkauft.

Kurzfristige Absage


Unter Konzeption von Kreisheimatpflegerin Martha Pruy und in Zusammenarbeit mit den Oberpfälzer Volksmusikfreunden hatte das Kulturamt der Stadt, namentlich Marina Auer, für ein vielfältiges Programm gesorgt. Aus Nürnberg war die vierköpfige Gruppe "kreuzAquer" angereist, "iBlosn" aus Zeitlarn und "De 3 Andern" aus Burglengenfeld standen auf der Bühne. Für Nico Simon (10) aus Aschach sollte es der ganz große Auftritt werden. Aufgrund eines Todesfalles in der Familie war er verständlicherweise nicht ins Kongresszentrum gekommen.

Lustiger Lengfelder


Doch die kurzfristige Programmänderung war kein Problem. Schließlich gab es noch die drei erwähnten Gruppen und Richard Lengfelder, der in seiner lebensfrohen und lustigen Art gekonnt durch das gut zweieinhalbstündige Programm führte. Mit dem Mikrofon im Publikum unterwegs, wollte er zum Beispiel wissen, welche Männer ihre Ehefrauen freiwillig begleitetet hatten - und welche aus eher nicht so ganz freien Stücken mitgekommen waren.



Kurz nach der Eröffnung waren die ersten Tänzer vor der Bühne zu sehen. Walzer und Polka von "iBlosn", selbst geschriebene Gsangln von "De 3 Anderen" und Stücke auf ausgefallenen Instrumenten, wie der aus Bolivien stammenden Kleingitarre Charango von "kreuzAquer", wechselten sich, wie der jeweilige Takt der Musik.

"Grodo singa, zünftig aafspüln and a Tanzl draaf" - besser hätte das Motto nicht zum Programm passen können. Besonders gut kam dabei die Abwechslung von den drei gestandenen Volksmusikern aus Burglengenfeld an. Der Mix aus Wirtshausliedern, Gstanzln und Witzen zeigte, dass sie bereits auf eine 25-jährige Bühnenerfahrung zurückblicken können, weltweit damit schon unterwegs waren und unter anderem mit dem Kulturpreis der Hanns-Seidl-Stiftung ausgezeichnet wurden.

Kein Lampenfieber


Aber auch die "iBlosn", in klassischer Blasmusikkapellen-Besetzung und zum ersten Mal vor über 500 Gästen auf der Bühne, zeigten keinerlei Lampenfieber. Walzer, Polka und Oberpfälzer Musikstücke zum Mitsingen animierten zum Tanz.

Auch die vierköpfige Gruppe namens "kreuzAquer" spielte Volksmusik. Aber eben auf ihre eigene Art und Weise. Nicht nur aus Bayern, Volksmusik aus der ganzen Welt, eben "kreuz a quer". Und bot damit ein herausragendes musikalisches Erlebnis unter den bekannten Klängen. Gerade diese Mischung kam auch in diesem Jahr in Amberg wieder bestens an. Zugaben wurden gefordert, gegeben und mit viel Beifall belohnt. Für alle drei Gruppen.
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