Feuerwehrübung in Weigendorf
Qualm über der Freizeitanlage

Es qualmte mächtig aus dem Haus, die Atemschutzträger wurden für ihren gefährlichen Einsatz eingewiesen. Bild: fm
Vermischtes
Weigendorf
12.11.2016
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Einige Bewohner der Siedlung "Weigendorf-Nord" schauten verdutzt, als in den frühen Abendstunden plötzlich Feuerwehrautos mit Blaulicht und Martinshorn an ihren Häusern vorbeifuhren.

Statt eines befürchteten Ernstfalls war es aber nur eine Übung, die einen angenommenen Brand in der Freizeitanlage "Luginsland" bekämpfen sollte. Diese liegt oberhalb des Orts etwa 100 Meter von der Bebauung entfernt an der Kante zum Lehental.

Alarmierung über Funk


Die Alarmierung über Sirenen, Digital- und Normalfunk löste sofort Reaktionen bei den gemeindlichen Feuerwehren Weigendorf und Haunritz-Högen sowie den Nachbarn Hartmannshof, Guntersrieth/Heldmannsberg, Lehendorf und Etzelwang sowie der Bergwacht Sulzbach-Rosenberg aus.

Einsatzleiter Claus Gerstacker, Weigendorfs Kommandant, lotste die Löschfahrzeuge von Weigendorf und Hartmannshof zum Schnellangriff über die Zufahrt zum Grundstück oberhalb der Anlage mit ihren vier Ferienwohnungen und dem Gemeinschaftshaus. Aus diesem drang Rauch, und die Einsatztrupps machten sich sofort an den Einsatz von Atemschutzträgern sowie die Verlegung von Schlauchleitungen von den Tanks zur Brandstelle. Vorrangig ging es um die Bergung von im Haus befindlichen Personen. Die Atemschutzträger kämpften sich durch den (künstlichen) Qualm und brachten sowohl eine Puppe als auch ein junges Mädchen ins Freie. Ebenso wurden Schläuche ins Hausinnere verlegt. Der Wassereinsatz von den Fahrzeugen her wurde aber nur im Freien genutzt. Die weiteren Wehren wurden einmal zur Wasserführung von einem Oberflurhydranten in der Wohnsiedlung eingesetzt, zum anderen zur zusätzlichen Wasserbeschaffung vom Weigenbach her. Dies geschah mit einer Saugleitung ab dem Dorfplatz über den durch das Gelände verlaufenden Steilhang neben der Ernhüller Straße. Die lange Strecke erforderte vier zwischengelegte Förderpumpen sowie die Regelung des Verkehrs der innerörtlichen Kreisstraße. Etwas später tauchte auch das Mehrzweckfahrzeug der Bergwacht Sulzbach-Rosenberg auf, um für die Erstversorgung des geretteten Mädchens zu sorgen.

Die Übung, bei der die Lichtgiraffen der Wehren große Bedeutung gewannen, verlief ohne Zwischenfälle und in geordneten Bahnen, betonte die Feuerwehr. Es zeigte sich, dass so ein abgelegenes Gebiet mit enger Zufahrt doch deutlich mehr Anstrengungen erfordert als ein Einsatz innerhalb eines Orts oder einer Siedlung. Deshalb war die Lagebesprechung der etwa 60 Einsatzkräfte rasch mit lobenden Worten erledigt.

Für Ernstfall bereit


Einsatzleiter Claus Gerstacker dankte allen Wehrkollegen für das gezeigte Können. Da die Anlage fast das ganze Jahr über an den Wochenenden oder auch in den Ferienwohnungen etwas länger belegt ist, muss man auch hier im Ernstfall bereit sein. Kreisbrandmeister Christian Meyer ergänzte, dass die Lage des Objekts unbekannt war und die Übung hier Abhilfe geschaffen hat. Allerdings klappte die Wasserförderung vom Hydranten nicht optimal.

Zudem wies er auf die Absicherung der Atemschutzträger hin, die aber durch den dazu Beauftragten gegeben war. Insgesamt hatten alle Wehrleute ihre Einsatzfähigkeit gezeigt und so den Zweck der Übung bestens erfüllt. Eine gemeinsame Brotzeit beendete die abendliche Übung.
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