Auftritt von Markus Engelstädter im Innovision-Center
Gänsehaut und Christmas-Party

Engelstädter mit Band: Markus Engelstädter (Mitte) hatte neben seiner Standardformation mit Bernd Meyer (von links), Gerwin Eisenhauer und Uli Zrenner-Wolkenstein wieder einen Gast nach Weiherhammer mitgebracht: Herb Berger (rechts) aus Wien überzeugte mit Saxofon und Querflöte. Bild: bgm
Kultur
Weiherhammer
15.12.2014
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Die zweieinhalb Stunden mit Markus Engelstädter im Innovision-Center waren von vielen Gegensätzen geprägt. Der Sänger bot mit seiner Band locker-flockige Weihnachts-Pop-Klassiker und witzige Entertainment-Einlagen mit "Soul-Röhre" Steffi Denk, konfrontierte das Publikum aber gleichzeitig auch mit Tod und Trauer.


(bgm) Beschwingt beginnt "The Christmas Concert" mit Markus Engelstädter und seiner Band im Innovision Center. Der Star des Abends, mit schwarzem Anzug, weißem Hemd und schwarzer Krawatte, gibt "Let it snow" in einer Swing-Version zum Besten. Schon deutlich lauter und mit stärkeren Bässen folgt "Christmas (Baby please come home)". Bei "Driving home for Christmas" dringt Engelstädter mit seiner vier Oktaven umfassenden Stimme bis in höchste Tonlagen vor.

"Totale Abwechslung"

Wer sich von dem Konzert aber nur Weihnachtslieder erwartet hat, wird schnell eines Besseren belehrt. Vor Auftritten bekomme er immer Mails mit Ratschlägen, was er spielen soll, erzählt Engelstädter. Einen Song wünschten sich die Fans dabei besonders häufig: "Hallelujah" von Leonhard Cohen. Mit dieser gefühlvollen Ballade sorgt Engelstädter nach den lockeren Weihnachts-Pop-Klassikern das erste Mal für Gänsehautstimmung. Seine glasklare Stimme füllt den Pavillon des Innovision Centers. Regungslos lauschen die Zuhörer.

"Wir versuchen immer, verschiedene Songs mit reinzunehmen. Mir ist es ganz wichtig, dass wir die totale Abwechslung bieten", erklärt Engelstädter nach der Show. Und das ist ihm voll und ganz gelungen. Gleich nach dem emotionalen "Hallelujah" holt Engelstädter Steffi Denk auf die Bühne, die ihn stets bei seinen Christmas-Shows begleitet. In verschiedenen Dialekten, mal Schweizerdeutsch, mal Berlinerisch, reißt sie einen Witz nach dem anderen und sorgt für mächtig Stimmung im Publikum.

Lied für die Oma

Gegensätze sind auch für die "Soul-Röhre" kein Problem. Ganz behutsam intoniert sie gemeinsam mit Engelstädter das traditionelle englische Weihnachtslied "The first Noel". Bei "Ol Saint Nicholas" oder "Santa Claus is coming to town" beweist die Diva all ihre gesanglichen Qualitäten. Wieder zusammen mit Engelstädter präsentiert sie "White Christmas" - vierstimmig. Denk ist dabei für die Bässe und die tiefen Tonlagen zuständig. Urkomisch. Die Lacher des Publikums sind den beiden garantiert.

Nach der Pause geht es so noch eine Zeit weiter. Die Musiker bieten lockere Unterhaltung. Dann wieder der Bruch. "Winter", einen nachdenklichen Song von Tori Amos, widmet Engelstädter seiner Oma, die vor drei Wochen mit 97 Jahren gestorben ist. Dieser Verlust habe ihm wieder gezeigt, wie schnell die Zeit vergehe, sagt der Künstler. Gerne hätte er nochmal mit ihr gesprochen und sie gefragt, was sie so alles erlebt hat. Sitzend, mit glasklarer Stimme und mit wenig instrumentaler Begleitung, tastet sich seine Stimme durch das gefühlsbetonte Lied. Nur Bernd Meyer begleitet ihn auf dem Piano, Herb Berger auf der Querflöte.

Es hat begonnen zu regnen. Die Regentropfen prasseln auf das Glasdach des Innovision-Centers. Die rund 400 Gäste sind auf ihren Stühlen erstarrt.
Dann wieder Weihnachten. "Happy Xmas (War Is Over)" von John Lennon und Yoko Ono holt das Publikum zurück in den Advent. Leidenschaftlich singt Engelstädter "The Power of Love", während Schlagzeuger Gerwin Eisenhauer die ganze Kraft der Liebe mit seinem gewaltigen Einsatz auch spürbar werden lässt - mit einem deutlichen Vibrieren im Brustkorb.

Grooviges Finale

Bei "Merry Christmas everyone" und "All I want for Christmas is you" geht's nochmal rund. Jetzt hält es niemanden mehr auf den Sitzen: Die meisten Besucher klatschen im Stehen oder grooven im Takt.
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