Neue Fassade für Firmenzentrale der BHS Corrugated in Weiherhammer
Innen und außen Schwung

BHS-Inhaber Christian Engel (Mitte) stellte im Innovision-Center ein Modell für den neuen Gebäudekomplex auf dem früheren Gusstec-Areal vor. Es basiert auf den Plänen des Chemnitzer Architekten Rico Sprenger (links). Bild: Götz
Kultur
Weiherhammer
16.07.2015
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Die Fassade erinnert ein bisschen an das New Yorker Guggenheim-Museum. Mit der neuen Firmenzentrale der BHS Corrugated bekommt Weiherhammer ein neues Wahrzeichen. Und das Unternehmen noch mehr Platz auf dem Weltmarkt.

"Gratulation, eine Erfolgsgeschichte setzt sich fort", jubelte stellvertretender Landrat Albert Nickl bei der Vorstellung der Pläne am Donnerstag. Herz des neuen Gebäudekomplexes für 45 Millionen Euro ist das "Lifecycle-Building", dessen nierenförmig übereinander und ineinander schwingende Ebenen das Firmenprodukt Wellpappe symbolisieren.

Redezeiten gefördert

Der futuristische Name soll die Richtung vorgeben, dass auch innen Arbeitsprozesse völlig neu gestaltet werden. Das heißt im Wesentlichen, dass die gleiche Anzahl an Mitarbeitern mehr und schneller produzieren kann. Gleichzeitig sollen die Beschäftigten so viel wie möglich miteinander reden, planen, experimentieren. "Redezeiten am Gang werden ausdrücklich gefördert", unterstreicht BHS-Chef Christian Engel. Er sieht in Kommunikation den Schlüssel des Fortschritts.

Verschmelzung von Bürotrakt und Montagehalle

Daneben hebt die BHS die Trennung in gewerbliche und angestellte Mitarbeiter so weit wie möglich auf. Der Bürotrakt und die Montagehalle sollen miteinander verschmelzen. Auch hier gilt: kurze Wege, schnelle Kommunikation. Ziel sei "die effektivste Riffelwalzenfertigung des Planeten".

Beispiele aus der Autoindustrie dienen als Vorbild. Heute schrauben BHS-Mitarbeiter den Verkaufsschlager "Modul Facer" in drei bis vier Wochen zusammen. In der neuen Montagehalle soll das in vier Tagen gehen. Daneben sollen während dieses Prozesses auch andere Komponenten bearbeitet werden können.

Neue Werkseinfahrt

Mehr Volumen bedeutet für Weiherhammer mehr Verkehr. Doch Projektleiter Dietmar Auer und die Architekten vom Büro "Furoris" aus Chemnitz wollen den so geräuschlos wie möglich steuern. Dazu wird die Zufahrt samt Pforte etwa 100 Meter weiter Richtung Ortseingang verlegt: unterhalb des Hallenbades bei den Parkplätzen. Dort sollen Wartezonen für anliefernde Lastwagen hin. Zum Ent- und Beladen fahren die Laster in die Halle, so dass es möglichst wenig Lärm gibt und die Lkw nicht die Einfahrt verstopfen. Wo Lieferanten und Kunden heute aufs Werksgelände fahren, sollen abends und am Wochenende Gäste ein neues Restaurant ansteuern. Das ist zu anderen Zeiten den Mitarbeitern vorbehalten und soll einen fantastischen Blick auf den Beckenweiher bieten. "Unsere Leute sollen sich in Ruhe gesund ernähren. Die Zeiten der schnellen Currywurst zwischen Tür und Angel sind vorbei", erklärt Engel, dem das Wort Kantine so zuwider scheint wie Flachsen im Wiener Schnitzel.

Restaurant durch Brücke verbunden

Das Restaurant ist als separater Baukörper über eine Brücke mit dem "Lifecycle-Building" verbunden. Niemand soll durch Regen und Schnee, um seinen Hunger zu stillen. Im Idealfall sucht sich der Mitarbeiter sein Essen am Rechner aus, der Preis dafür wird abgebucht, und wenn der Monteur, Ingenieur oder die Sekretärin das Restaurant betreten, steht es warm und frisch auf dem Tisch. Für Theken mit Tablettausgabe und separate Kassen gilt das gleiche, was Engel über die Currywurst gesagt hat.

Zum Restaurant führt eine breite Treppe ins Grüne. Die BHS will einige reizvolle Flächen am Weiher für die Öffentlichkeit zugänglich machen. Ferner möchte die Familie Engel auf den Essbereich eine weitere Etage für Wellness draufsatteln.

Einweihungstermin steht

In allen fünf Stockwerken führen Fenster und Türen auf ringsum laufende Holzterrassen. "Wer will, kann sich dort einen Tisch hinstellen", erlaubt Engel. Hauptsache er sichert weiterhin die Position des Unternehmens als Marktführer. "In jeder zweiten oder dritten Wellpappeschachtel weltweit steckt BHS mit drin."

Am 27. Mai 2017 soll Einweihung für das 45-Millionen-Euro-Projekt sein. An diesem Tag hätte Engels Vater Paul Geburtstag. Zudem wird das ehemalige Hüttenwerk im gleichen Jahr 300 Jahre alt. (Seiten 1 und 3)

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de/bhs2015
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