Bewegend, spannend, schön

Lokales
Weiherhammer
12.12.2014
4
0

Ehre, wem Ehre gebührt. Weil sie seit Jahrzehnten zu den tragenden Säulen bei Pilkington gehören, standen 27 Arbeitsjubilare im Mittelpunkt einer gediegenen Feier.

Die Pilkington Deutschland AG ehrte im Restaurant "Lohbachwinkel" 27 Arbeitsjubilare. 21 sind seit 25 Jahren, fünf seit 40 und einer seit 45 Jahren im Unternehmen des Flachglasherstellers und -veredlers, der zur japanischen NSG-Gruppe zählt, tätig. Exakt 555 Jahre Berufserfahrung waren bei der Feierstunde präsent.

Erstmals seit mehr als zwei Jahrzehnten war die Lobrede und die Übergabe der Urkunden, Medaillen und Präsente nicht "Chefsache". "Seine Ansprache ist abgesagt, da er selbst an einer Jubilar-Feier teilnimmt", meinte augenzwinkernd stellvertretender Werksleiter Gerhard Lingl, der mit launig durch den Abend führte. Der Hintergrund: Reinhold Gietl trat 1989 in die Firma ein und war somit geladener Ehrengast, ebenso Betriebsratsvorsitzende Beate Merkel, als einzige Frau in der Runde, die in Reime gefasst den Kollegen ihre Anerkennung zollte.

Mit Höhen und Tiefen

"Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass Sie trotz aller Höhen und Tiefen in den vergangenen 45, 40 oder 25 Jahren immer zur 'Hütt'n' gestanden sind", lobte Lingl. Die Jubilare hätten einen "unschätzbaren Wert an Erfahrungen und an Know-how" eingebracht. Der stellvertretende Werksleiter appellierte mit Blick auf die Zukunftsperspektiven an das Team: "Solange wir nach dem Motto 'Des pack ma scho' arbeiten, glaube ich, dass wir noch viele Mitarbeiter zur Ehrung einladen können".

Angereichert mit markanten Ereignissen aus der Firmenhistorie und der Weltgeschichte ging Lingl auf die Jahre des Eintritts in das Berufsleben bei Pilkington ein. Dass die seit einem Vierteljahrhundert Beschäftigten dominierten, liegt auf der Hand. Begleitet von der Grenzöffnung, dem Zerfall des Ostblocks und einer Flaute auf dem Arbeitsmarkt vollzog man den Bau der "Linie Zwei", verbunden mit zahlreichen Neueinstellungen.

"Eine bewegende, spannende und schöne Zeit, wo wir beim Bau der neuen Float-Anlage in Containern arbeiteten." Eine weit schwierigere Firmenkonjunktur prägte das Jahr 1974, den Start der nächsten Gruppierung. Die Flachglas-DETAG beschloss die Schließung der "Wanne zwei" in Weiden, gekoppelt mit massivem Stellenabbau.

Krisen und Quoten

Die Autoindustrie kämpfte mit Absatzkrisen, die Arbeitslosenquote kletterte auf eine Marke von fast einer Million Menschen. 1969, als Heinz Pfab als Dienstältester anfing, stand im Zeichen der Mondlandung, die DETAG verlor an Marktanteilen weil das technisch neue und revolutionäre Produktionsverfahren auf den Markt kam und die selbst betriebene Technik im Ziehverfahren in der Weidener Fertigung an Wettbewerbsfähigkeit verlor.

Beim Abendessen aus der Küche des "Lohbachwinkels" wurden viele Erinnerungen wach gerufen.
Weitere Beiträge zu den Themen: 12-2014 (6638)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.