Edeka verkleinert Verkaufsfläche

Lokales
Weiherhammer
19.06.2015
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Die vorgebrachten Bedenken der Weiherhammerer Räte zur Aufstellung eines Flächennutzungsplanes der Gemeinde Etzenricht waren erfolgreich. Nach einer Analyse wird die Verkaufsfläche des vorgesehenen Edeka-Markts in Etzenricht um 400 Quadratmeter verkleinert.

Der Gemeinderat befasste sich mit dem Etzenrichter Flächennutzungsplan zur Aufstellung des Bebauungsplanes "Am Festplatz". Mit dem Planungsvorhaben will die Nachbargemeinde die Ansiedlung eines Einzelhandelsgroßprojektes (Edeka) sowie die Schaffung eines Mischgebiets erreichen. Nach geplanten Änderungen stimmten diesmal die Räte einstimmig dem Vorhaben zu.

Nach Information von Bürgermeister Ludwig Biller habe Weiherhammer in der frühzeitigen Beteiligung im Februar folgende Einwendungen vorgebracht:

Verstoß gegen das Zentrale-Orte-System der Raumordnung mit Gefährdung der Versorgungsfunktion von Weiherhammer.

Gefährdung des zentralen Versorgungsbereichs der Gemeinde Weiherhammer.

Verstoß gegen die Forderung der Landesentwicklungsplanung zu einem integrierten städtebaulichen Standort.

Aufgrund der ersten beiden Einwendungen habe Etzenricht eine Auswirkungsanalyse zur Ansiedlung eines Supermarktes in Auftrag gegeben. Dabei betrachtet die beauftragte "BBE Handelsberatung" die Kaufkraftpotenziale in Zusammenhang mit den bestehenden Einzelhandelsgeschäften im Einzugsbereich der Planung.

Entgegen der frühzeitigen Beteiligung im Februar wurde die angestrebte Verkaufsfläche nun verkleinert. Für den Supermarkt bleibe eine Verkaufsfläche von 1200 Quadratmetern, der Getränkemarkt werde jedoch von 800 auf 400 Quadratmeter reduziert.

Wettbewerbsverschärfung

Die Analyse geht davon aus, dass durch diese Größe eine Umsatzumlenkung von rund elf Prozent von Weiherhammer nach Etzenricht stattfindet. Damit sei keine Gefährdung der wirtschaftlichen Tragfähigkeit der ansässigen Wettbewerber zu erwarten. Es sei lediglich von einer Wettbewerbsverschärfung auszugehen. Eine Betriebsaufgabe sei mit großer Wahrscheinlichkeit auszuschließen.

"Die notwendige Verminderung der Verkaufsflächen zeigt, dass die erstmalige Planung mit dem interkommunalen Abstimmungsgebot nicht vereinbar gewesen wäre", stellt Biller fest. Bezüglich einer verträglichen Umsatzumlenkung, ohne die Funktionsfähigkeit des zentralen Ortes zu untergraben, werde meistens eine Schwelle von zehn Prozent zitiert. Diese überschreite selbst die reduzierte Planung in Etzenricht. Viel aussagekräftiger sei allerdings die Feststellung in der Analyse, dass in Weiherhammer eine Flächenleistung von rund 3750 Euro pro Quadratmeter Verkaufsfläche verbleibe. Dies entspreche einem durchschnittlichen Rahmen für den Betriebstyp Supermarkt.

Die vormals eingebrachten Einwendungen könnten damit zurückgenommen werden. Weiterhin bestehe aber das Risiko, dass Weiherhammer keinen Einkaufsmarkt bekomme. Biller kündigt an, dass er weitere Verhandlungen führe, um eine Lösung zu finden.
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