Ehepaar Ramsauer fühlt sich in der Hauptstraße mit Autos und Lastern vor seinem Haus allein ...
Baustelle schafft Parkplatz-Ärger

Solche Fotos hat Manfred Ramsauer schon öfter der Polizei gezeigt. Von der fordert er ein schärferes Vorgehen gegen die Gehsteig-Parker vor seinem Haus.
Lokales
Weiherhammer
11.08.2012
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Zu beneiden ist das Ehepaar Ramsauer derzeit wirklich nicht. Die beiden wohnen in der Hauptstraße 1 und sind gleich von zwei Großbaustellen eingekeilt. Vor der Haustür entsteht das neue Rathaus, und hinter dem Garten rattern die Maschinen an der neuen Bahnüberführung.

Dabei stört Manfred Ramsauer gar nicht mal so sehr der Baulärm. "Manchmal ist unser gesamtes Grundstück stundenlang von parkenden Autos und Lastern eingesäumt", klagt der 58-Jährige. Der Gehsteig vor seinem Haus ist breit, so dass er zum Parken einlädt, obwohl man es dort nicht darf. Das allein ist jedoch noch nicht einmal so schlimm. Problematischer ist, dass Ehefrau Hildegard Ramsauer an Multipler Sklerose leidet und sich als Rollstuhlfahrerin zwischen Stoßstangen hindurchzwängen muss - runter vom Gehsteig und rauf auf die Fahrbahn. Auf der begegnen sich zurzeit Lkw, die zur BHS Corrugated unterwegs sind, sowie Laster, die die Rathaus-Baustelle ansteuern. "Das kann es nicht sein", schüttelt ihr Ehemann den Kopf. Oft stünden die Brummis auch mit laufendem Motor direkt vor den Fenstern.

Manfred Ramsauer verbringt viel Zeit damit, die wilde Parkerei zu fotografieren und zu filmen. Das Material hat er der Polizei weitergeleitet. Von der fühlt er sich nun im Stich gelassen. "Vielleicht könnten Knöllchen helfen, aber die Polizei scheint kein Interesse daran zu haben." Auch auf die Gemeinde ist der pensionierte Finanzbeamte, der gern und schnell den Mund aufmacht, wenn ihm etwas nicht passt, nicht allzu gut zu sprechen. "Bereits vor Jahren hatte sie auf dem Gehweg ein Parkverbotsschild angebracht, allerdings aus unerfindlichen Gründen wieder entfernt."

Firmen informiert

Bürgermeister Werner Windisch verweist darauf, dass die Gemeinde auf der Straße, aber nicht auf dem Gehsteig Schilder aufstellen kann. Das Trottoir am Haus der Ramsauers bilde eine Art Vorplatz, den Baufahrzeuge ab und an zum Be- und Entladen benutzten. "Die Baustelle am Rathaus ist von Polizei und Landratsamt abgenommen. Ich habe auch alle Firmen angewiesen, dass sie dort nicht länger parken sollen als notwendig."

Doch das sei es nicht allein, sagt Anwohner Ramsauer. Bei größeren Veranstaltungen im Innovision Center der BHS rutsche die Parkmoral ebenfalls direkt vor seinem Haus in den Keller. Einmal habe er bei so einer Gelegenheit die Polizei gerufen, eine Stunde später sei von der Streife aber immer noch nichts zu sehen gewesen. "Ich habe dann schon gefragt, ob die Straßenverkehrsordnung wohl bei Veranstaltungen nicht mehr gilt", ärgert sich der Weiherhammerer.

Er hat in dieser Sache auch schon mit dem Neustädter Polizeichef Werner Hanauer und dessen Verkehrsexperten Alfred Kunz debattiert. Die beiden hätten ihm erklärt, man könne die Falschparker nicht verfolgen, wenn es wegen der Rathaus-Baustelle keine Ausweichmöglichkeit gebe.
Darauf angesprochen, seufzt Hanauer: "Herr Ramsauer schickt mir oft Briefe und Fotos, aber es handelt sich um eine genehmigte Baustelle. Das Beste ist immer, man redet vor Ort miteinander." Von Desinteresse oder zugedrückten Augen könne keine Rede sein. "Wir haben eine Streife für 40 000 Menschen im Einsatz. Die schaut vormittags und nachmittags dort einmal vorbei, aber sie kann eben nicht rund um die Uhr da sein."
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