Ein echter "Brüller"

Lokales
Weiherhammer
25.11.2014
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Dem Ansturm nach zu schließen, mussten schon viele Bürger sehnsüchtig auf das zweite Buch von Ottmar Braun gewartet haben. Sie gingen am Freitagabend nach der Lesung einiger Ausschnitte aus dem neuen Werk "Hout's schon brüllt?" begeistert nach Hause.

Braun erzählt in seinem Büchlein Ortsgeschichten aus der guten alten Zeit, als die meisten Dorfbewohner im Hüttenwerk arbeiteten und das "Brüllen" der Werkssirene den Alltagsrhythmus bestimmte. Der Andrang war enorm. Die 100 Stühle in der Gemeindebücherei reichten bei weitem nicht aus. Eiligst wurden noch schnell Bierbänke herbeigeholt. Erfreulich war die beachtliche Anzahl junger Zuhörer.

24 Episoden

In 24 Geschichten schildert der Autor aus kritischer Distanz, aber doch voller Humor und einer guten Portion Selbstironie das Lebensgefühl der Zeit ohne Handy und Internet, in der es nur wenige Telefonanschlüsse und Autobesitzer gab. Er erzählt von längst geschlossenen Geschäften, Lokalitäten und Einrichtungen im damaligen Dorf und erinnert an Originale, denen er viel Respekt und Sympathie entgegenbringt.

Den Titel seines Buches "Hout's scho brüllt?" erklärt Braun in einem eigenen Kapitel. Dreimal heult die Werkssirene am Mittag, ebenso oft zur vormittäglichen Brotzeit und je zweimal in der Früh und zum Feierabend. Kinder und Frauen orientierten sich daran, denn sie wollten oder mussten rechtzeitig zum Feierabend des Vaters oder des Ehemannes zu Hause sein. Große Heiterkeit löste die Geschichte über die Hausnamen aus, die wichtiger waren als die eigentlichen Familiennamen. So gab es nach Braun die "Maxn", die eigentlich Rothballer hießen, die "Giercharl" mit Familiennamen Weiß oder die "Moritzn" namens Adam.

Braun schonte sich auch selbst nicht. Dem Ortsnamen nach heiße er "Kramer". Er entstammte nämlich dem Kramerhaus. Als der Autor über den "General" erzählte, den ersten Bürgermeister der neu gegründeten Gemeinde Weiherhammer, und weitere Originale wie Lehrer Artur Amode, den Boder (Frisör Wirth) und den "Heigawl" (Rothballer), der erster Miet- und Taxiunternehnmer war, vorstellte, blieben bei einigen Zuhörern, die dies noch selbst erlebt hatten, vor Lachen kein Auge trocken.

Manch einer, die diese Zeit selbst erlebt hatte, bestätigten mit Kopfnicken die Ausführungen des Autors. Braun widmete seinem Buch unter anderem Erinnerungen über den Schacht, das Rollwaglfoahrn, die Zugleit, Erdäpflfeier, Wiewarla und Flederwisch. Die Zuhörer belohnten dies mit langanhaltendem Beifall. Dazu begleiteten Mäx Braun am Piano und Harry Zawre an der Gitarre.

BHS als Herausgeberin

Herausgeber des Buches ist die BHS Corrugated. Geschäftsführer Lars Engel sagte, es sei eine echte Freude, Brauns Geschichten zu lauschen. Es sei eine Ehre, dieses Werk herausgeben zu dürfen. Das Buch zeige, dass die Bewohner das Hüttenwerk, und das Werk die Bewohner geprägt haben. Der Erlös aus dem Verkauf geht an die Stiftung "Angels for Children".
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