Kühler Kopf oberstes Gebot

Hand in Hand arbeiteten die Brandschützer aus Weiherhammer und Mantel sowie das Rote Kreuz bei der Rettung der drei Verletzten zusammen. Bild: bk
Lokales
Weiherhammer
02.10.2015
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Nach dem simulierten Großeinsatz waren sich Feuerwehren und Rotes Kreuz einig: Zusammenarbeit bei Notfällen wird immer wichtiger.

Es war kurz vor 19.15 Uhr und schon fast dunkel, als ein Traktorfahrer die Vorfahrt eines mit zwei Menschen besetzten Autos missachtete. Der VW Golf hatte sich unter den mit Holz beladenen Anhänger geschoben. Kurz darauf lief die Alarmierung über die ILS: "Schwerer Verkehrsunfall in der Röthenbachstraße kurz vor dem Bahnübergang, zwei Personen eingeklemmt."

Zum Glück handelte es sich nur um eine von Kommandant Hans Rodler und Vertreter Bernhard Prün erarbeitete Übung. Gemeinsam trainierten die Wehren Weiherhammer und Mantel sowie das BRK Weiden den Ernstfall. Alle Beteiligten gingen konzentriert und professionell zu Werke. Beide Wehren leuchteten die Unfallstelle aus und sperrten die Straße halbseitig.

Nach der Entfernung von herabgefallenem Holz für den Zugang zum Auto folgte dessen beidseitige Stabilisierung mit Unterbauklötzen und die Öffnung über die Heckklappe, um die Verletzten bis zum Eintreffen des BRK zu betreuen. Ferner galt es, auslaufendes Benzin aufzufangen. Während der Beseitigung der Seitenfenster und Windschutzscheibe mit Glasmaster, dem Öffnen der Tür mit Spreizer und auf Wunsch der Sanitäter der Abtrennung des Daches mit Hydraulikschere, wurden die Unfallopfer mit Decken geschützt. Die Beatmung der ohnmächtigen Beifahrerin geschah mit Ambobeutel, ehe sie per Rettungsboard gerettet wurde.

Zur Befreiung der eingeklemmten Lenkerin war ein Abtrennen der Fußpedale mit dem Metallschneider nötig. Als schwierig erwies sich jedoch die Rettung des verletzten Traktorfahrers aus seiner Kabine.

Kommandant Rodler lobte die Einsatzbereitschaft aller Beteiligten, wies aber ebenso wie sein Kollege Siegfried Janner auf Fehler hin. "Solche Übungen sind auch dazu da, um daraus zu lernen", fügte Kreisbrandmeister Wolfgang Schwarz an.

Die Wehren Weiherhammer und Mantel waren mit je drei Fahrzeugen und 46 Aktiven, das BRK Weiden mit Krankenwagen und drei Rettungssanitätern beteiligt. Einsatzleiter war Zugführer Wolfgang Heibl mit Kommandant Martin Göppl. Bürgermeister Ludwig Biller überzeugte sich vom behutsamen Eingreifen.
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