Lebensraum Natur

Als Bereicherung nicht nur für Weiherhammer sehen Simon A. Küblböck, Mathilde Müllner, Landrat Andreas Meier, Bürgermeister Ludwig Biller, Martin Koppmann (von links) sowie Heimatpfleger Lothar Kraus die neuen Naturparkinfostelle im Rathaus an. Bild: baw
Lokales
Weiherhammer
24.11.2014
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"Rathäuser sind nicht nur Verwaltungsstellen, sondern auch Informationszentren", sagte Landrat und Vorsitzender des Naturparks Nördlicher Oberpfälzer Wald, Andreas Meier, bei der offiziellen Übergabe der neuen Infostelle "Lebensraum Natur" im neuen Rathaus.

(baw) Gelegen am Beckenweiher, mit 19,5 Hektar flächenmäßig kleinstes Naturschutzgebiet im Naturpark, bietet das Rathaus nun eine Service- und Infostelle zum vorbeiführenden Wander - und Radwegenetz, freute sich der Landrat. Im Umkreis kämen 35 Vogelarten vor. Bemerkenswert sei die Brutkolonie der Lachmöve, die mit durchschnittlich über 300 Brutpaaren zu den zehn größten in Nordbayern gehöre.

Kleines Diorama

Das Auftreten großer Schottermassen, Sande und Tone gehe wiederum auf die Eiszeit zurück, wusste Meier weiter. Der Kiesabbau im Haidenaabtal habe dank umweltbewusster Abbaumethoden und umsichtiger landschaftlicher Gestaltung neue Lebensräume für Pflanzen und Tiere geschaffen. Der Naturpark habe zusammen mit der Gemeinde bei der inhaltlichen Gestaltung der Infostelle daher ein besonderes Augenmerk auf diesen speziellen "Lebensraum Natur" gelegt. Den Mittelpunkt bilde ein kleines Diorama. Es zeige schematisch den Brutlebensraum des Flussregenpfeifers mit Nachbildung einer Sand/Kiesbank im Fluss. Die Vitrinengestaltung erlaube sogar Einblick unter die Wasseroberfläche mit ihren Kleintieren - von Fischen über Insekten bis zu Krebsen. Exponate und Tafeln zur Ortsgeschichte ergänzen ideal die weiteren Rollups des Naturparks. Über einen Bildschirm im benachbarten Foyer werden Filmausschnitte vom gesamten Naturparkgebiet gezeigt.

Zugachse für Vögel

Bürgermeister Ludwig Biller dankte dem Naturpark für die Einrichtung der Infostelle, die eine Bereicherung nicht allein für den Ort darstelle. Der Geschäftsführer des Naturparks Martin Koppmann hoffte, dass die Bürger das Angebot nutzen und sich über den Naturpark informieren. Biologin Mathilde Müllner sah in Weiherhammer mit dem Beckenweiher und der Haidenaab eine enge Verzahnung von Still- und Fließgewässern. Auch informierte sie über vorkommende Pflanzen und Tiere und über notwendige Pflegemaßnahmen. Heimatpfleger Lothar Kraus erinnerte daran, dass es ohne den Beckenweiher Weiherhammer nicht gäbe. Laut LBV-Vorsitzenden Simon A. Küblböck ist die Haidenaab Zugachse für Vögel aus Richtung Skandinavien.
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