Mehr Raum für Vogelschutz

Lokales
Weiherhammer
27.11.2014
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"Der Naturschutz ist wichtiger denn je, deshalb muss er eine Daueraufgabe für jeden sein." Diese Forderung der Vogelschützer stand im Mittelpunkt der Feier zum 30-jährigen Bestehen der Ortsgruppe Weiherhammer und Umgebung.

Bevor der Vorsitzende der Ortsgruppe, Simon Küblböck, auf das Jubiläum einging, resümierte er die Arbeit des Landesbundes für Vogelschutz. Die Mitglieder unterstützten Mantel bei der Sicherung eines Fledermaus-Winterquartiers in Steinfels. Wegen des starken Eichenanflugs wurde auf einer angepachteten Wiese im Übergang vom Wald zur Haidenaab eine Fläche entbuscht und an der Trippacher Weiherkette eine Futterstelle für Wintervögel betrieben sowie der Weiherdamm gemäht.

Fläche erweitert

Die Erneuerung des Storchenhorstes in Etzenricht und die Pflege der Haidenaab-Aue waren weitere Projekte. Kästen für Vögel und Fledermäuse wurden dort aufgehängt. Auf der vereinseigenen Waldfläche Benzerlohe in Etzenricht haben die Mitglieder die Kopfweiden geschnitten. Um 4,5 Hektar hat der Landesbund seine Flächen vergrößert: in Kohlberg für den Feuersalamander, in Weiherhammer eine Wiese mit Altwasser für die Zugvögel und den Biber in der Haidenaabaue sowie ein Stück des Lohbachs. Die Finanzierung der Ankäufe werden laut Küblböck durch den Bayerischen Naturschutzfonds, Ausgleichsgelder des Landkreises, Mitgliedsbeiträge sowie durch Bußgeldern und Schenkungen getragen. Die Ortsgruppe hat 147 Mitglieder.

"Der Natur etwas zurückzugeben, ist seit Jahren das Ziel der Naturschutzgruppe", betonte der Redner. Besonders die Eigentumsflächen des LBV seien ein Beitrag, die Landschaft und Natur für den Menschen lebendig zu erhalten. Bei der Gründung 1984 standen etliche Themen auf der Agenda: Protest gegen die Naturzerstörung durch den Kiesabbau in der Haidenaabaue, das Anlegen von Hecken, die Schaffung von Stillgewässern für den Weißstorch sowie der Horstbau in Mantel und Etzenricht. Außerdem seien Brutkästen für Vögel und Fledermäuse montiert, Winterquartiere geschaffen, Amphibiendurchlässe in Kohlberg und Trippach gebaut und Mähaktionen für Wiesenbrüter durchgeführt worden. Die Gruppe habe auf die Nitratbelastung der Trinkwasserbrunnen in Mantel hingewiesen, Unterschriften gegen Temelin gesammelt, Exkursionen angeboten, Ausflüge organisiert und Feste gefeiert.

Mittlerweile habe man den Ankauf von Grundstücken forciert. Bisher sind laut Küblböck 250 000 Euro durch die Ortsgruppe in diese Gebiete zum Erhalt der Natur geflossen. Als Besitzer von Biotopen mit 16 Hektar sei der LBV in der Lage, langfristig diesen Naturbereich zu erhalten, betonte der Vorsitzende.

Vogelkästen im Gepäck

Die Bürgermeister Ludwig Biller, Weiherhammer, Martin Schregelmann, Etzenricht, und dritter Bürgermeister Richard Kammerer, Mantel, gratulierten den Vogelschützern zu ihrer Arbeit. Glückwünsche kamen von der Kreisvorsitzenden vom Bund Naturschutz, Sonja Reichholdt, und vom Ortsvorsitzenden in Tännesberg, Toni Wolf. Experte Markus Liebl stellte in einem Vortrag "Glücksbringer in Not - Fledermäuse im 21. Jahrhundert" ein faszinierendes Säugetier unserer Heimat vor.
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