Mehr Wasser vom Steinwald

Lokales
Weiherhammer
25.10.2014
0
0

Eine wichtige Entscheidung trafen die Räte des Wasserzweckverbandes der Gemeinden Mantel und Weiherhammer. Nach reiflicher Überlegung entschieden sie sich, drei eigene Brunnen aufzulösen und sich stärker an der Steinwaldgruppe zu orientieren.

Nach den Worten des Verbandsvorsitzenden Stephan Oetzinger müsse der Zweckverband noch in diesem Jahr die Weichen stellen. Man sei mit dem Problem konfrontiert, dass der Brunnen III seit drei Jahren nicht mehr am Netz ist und die Nitratwerte der Brunnen I und II seit Jahren schlecht seien.

Deshalb habe der Verbandsausschuss in Abstimmung mit den Fachstellen, insbesondere dem Wasserwirtschaftsamt und dem Gesundheitsamt, eine Studie über die Netzsicherheit in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse des Ingenieurbüros Kohl wurden vorgestellt. Manfred Meier vom Wasserwirtschaftsamt, der den Zweckverband seit 35 Jahren betreut, stellte fest, dass man nach der Schließung des Brunnens III wegen Uranbelastung nicht mehr in der Lage gewesen sei, die Wasserversorgung zu sichern. Die Steinwaldgruppe sprang als Nothelfer ein. Die Brunnen I und II, die 1957 bis 59 gebaut wurden, wiesen schon beim Bau relativ hohe Nitratwerte zwischen 30 und 40 mg auf.

Hohe Nitratwerte

Seit Einführung der Güllewirtschaft in der Landwirtschaft stiegen die Nitratwerte beim Brunnen I auf 56 und beim Brunnen II sogar auf 73 mg. Bis 1987 lag der Grenzwert bei 90 und ist dann auf 50 mg gesenkt worden. 1990 wurde dann der Brunnen IV errichtet, der niedrige Nitratwerte aufweist. Wenn dieser Brunnen ausfallen würde, könnte das Mischverhältnis von 50 mg nicht mehr gewährleistet werden. Der Zweckverband stehe deshalb in Zugzwang, eine zukunftsweisende Entscheidung sei notwendig. Beim Erhalt des Brunnens III wäre eine umfangreiche Sanierung notwendig, eine Uranbelastung wäre dann aber weiter vorhanden. Nachgewiesen sei, so Meier, dass die Mülldeponie des Landkreises nichts mit der Belastung des Brunnens zu tun habe.

Meier sprach die einzelnen Möglichkeiten an, die dem Zweckverband verbleiben, um die Wasserversorgung zu garantieren. Der Erhalt der Brunnen I , II und III würde umfangreiche Sanierungsmaßnahmen nach sich ziehen. Außerdem müssten die bereits 1994 neu ausgewiesenen Schutzgebiete, die jedoch keinen Erfolg brachten, nochmals erheblich erweitert werden. Ob sich dann überhaupt ein Erfolg einstelle, könne nicht gesagt werden.

Eine Möglichkeit wäre auch, die vorhandenen eigenen Brunnen zu schließen und neue zu bauen. Dies garantiere jedoch auch nicht den gewünschten Erfolg. Eine Möglichkeit wäre auf die Steinwaldgruppe zu vertrauen und das benötigte Wasser zuzukaufen. Der Wasserverbrauchs-Höchstwert belaufe sich für den Zweckverband auf 470 000 Kubikmeter im Jahr. Davon liefere die Steinwaldgruppe bereits 170 000 Kubikmeter. Bei Schließung der Brunnen I und II würden 160 000 Kubikmeter fehlen, die zugekauft werden müssten. Dies bedeute, dass der Zweckverband nur noch Selbstversorger von einem Drittel Wasser sei. Zwei Drittel wären Fremdwasser.

Keine Übergangslösung

Meier machte deutlich, dass eine Übergangslösung nicht mehr möglich sei. Als nachhaltigste Lösung kristallisierte sich der Anschluss an die Steinwaldgruppe heraus. Die Bürger müssen aber mit einer Preiserhöhung von 15 Cent pro Kubikmeter rechnen. Bisher liegt der Wasserpreis bei 1,15 Euro. Die Verbandsräte stimmten einstimmig für einen Anschluss an die Steinwaldgruppe. Die geschätzten Kosten für Anschlussleitungen belaufen sich auf 1.28 Millionen Euro.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2014 (9311)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.