Offen übers Internet reden

Lokales
Weiherhammer
21.02.2015
1
0

Immer wieder werden Jugendliche Opfer von Abofallen oder Cybermobbing. Grund genug für Sozialpädagogin Maria Rübe-Hitzinger, an der Mittelschule Weiherhammer eine Präventionswoche zu organisieren. Dazu hatte sie Hauptkommissarin Stefanie Carrera von der Kripo Weiden eingeladen.

Carrera informierte die Eltern der Grund- und Mittelschüler über die Gefahren und Risiken im World Wide Web. "Sprechen Sie mit Ihren Kindern möglichst offen, ehrlich und mit einer positiven Grundhaltung über Chancen und Gefahren des Internets", riet die Kommissarin. Mit Verboten erreiche man ihrer Erfahrung nach nur, dass sich die Jugendlichen abschotten und den Eltern nichts mehr erzählen würden.

Gedankenlose Klicks

Das größte Problem sei, dass sich die Jugendlichen ganz selbstverständlich im Internet bewegten, keine Berührungsängste kennten, alles anklickten und gedankenlos Häkchen setzten. Gerade bei Facebook sollten Mütter oder Väter den Teenagern klar machen, dass nicht immer alles so anonym sei, wie man denke. "Privat ist nicht mehr privat." Ein weiteres Problem stellen Downloads dar. "Nicht alles, was im Internet geht, ist erlaubt", verwies Carrera auf Urheberrechte.

Die Seite www.irights.infos enthalte alles über Urheberrechte in der digitalen Welt rund um die Themen Internet, Musik und Co. Schockierend sei, dass man selbst bei der Eingabe von harmlosen Suchbegriffen ungeschützt auf Seiten mit Pornos und Gewaltszenen gelange. Diese plötzliche Konfrontation stelle gerade für jüngere User oft ein psychologisches Problem dar.

Ein weiterer Schwerpunkt des Abends war die Nutzung von Handys. "Sie sind multimediale Geräte, bei denen das Telefonieren nur eine Randerscheinung ist", bilanzierte die Hauptkommissarin. Laut einer Umfrage aus dem Jahre 2013 besitzen 99 Prozent der 14- bis 18-jährigen ein Mobiltelefon.

Kinder seien damit einem enormen Gruppenzwang ausgesetzt, da viele bereits zur Kommunion, also mit 9 Jahren, ein wertvolles Smartphone erhielten. Überrascht waren die Eltern, als sie erfuhren, dass man den beliebten Whats-App- Gruppen erst mit 16 Jahren beitreten darf. In diesem Zusammenhang verwies sie auch auf den Paragrafen 131 StGB, der besagt, dass das öffentliche Vorführen oder das Verbreiten (sprich Weiterversenden) von Sex- und Gewaltclips oder Fotos verboten ist.

Auf gar keinen Fall sollten die Eltern aber die Handys oder Computer heimlich durchsuchen, denn dies würde einen absoluten Vertrauensbruch darstellen.

Vertrauen gegen Vertrauen

Daneben sprach Carrera mit jeder einzelnen Klasse über die genannten Gefahren und Risiken und ging dabei immer wieder auf die Erfahrungen und Fragen der Schüler ein. Vor allem die Problematik der Kettenbriefe wurde aufgegriffen. Die Polizistin riet, die Briefe nicht zu öffnen, sondern gleich zu löschen. Daneben betonte die Kripobeamtin, dass die Schüler nicht einfach Fotos von Mitschülern machen dürften, um diese dann einfach weiterzuschicken. Auch hier gelte das Recht am eigenen Bild.

Beim Erstellen seines persönlichen Profils riet sie vor allem den Jüngeren, dies mit Hilfe von älteren Geschwistern oder Erwachsenen zu tun, um so nicht zu viel von ihrer Privatsphäre preiszugeben.
Weitere Beiträge zu den Themen: Mittelschule (11032)Februar 2015 (7876)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.