Power für Maschinenbauer

Lokales
Weiherhammer
06.12.2014
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Wo Lean Production die Basis für das After Sales Business bildet, sollen demnächst Abläufe streamlinen. Ja, ja, das gute alte Hüttenwerk spricht immer öfter Englisch. Seine Nachfolgerin, die BHS Corrugated, will in den nächsten drei Jahren so rasant umbauen, dass kaum ein Stein auf dem anderen bleibt. That's it.

Den Anfang dazu hat das Unternehmen mit der Einweihung des neuen Logistikzentrums gemacht. Die BHS-Inhaber Christian und Lars Engel stellten es am Freitag Landrat Andreas Meier, Landtagsabgeordneter Petra Dettenhöfer, Bürgermeister Ludwig Biller und Partnern aus der Wirtschaft vor.

"Das Logistikzentrum ist die Basis für eine wesentlich bessere Montagevorbereitung", erklärte Christian Engel. Und schon wartet der nächste Anglizismus. Wird nämlich die Montage optimiert, dauert der Bau der BHS-Vorzeigemaschine "Modul Facer" statt drei Wochen nur mehr fünf Tage.

Was der "Modul Facer" macht, hat jeder schon in Händen gehabt. Er formt in Kartonpapier die klassische Welle und klebt das Deckblatt auf die Wellpappe. Ein Riesengeschäft: Weltweit hat die BHS Corrugated davon bislang 1000 Stück verkauft. Jedes Exemplar kostet rund eine Million Euro. Kein Grund zu relaxen, warnt Lars Engel beim Rundgang: "Genau heute haben Chinesen unseren italienischen Hauptkonkurrenten gekauft." Der daraus entstehende Konzern könne es zwar von der Größe her nicht mit den Weiherhammerern aufnehmen, wohl aber beim Finanzvolumen. Die Engels wollen sich dagegen rechtzeitig wappnen. Bis 2017 verbauen sie in Weiherhammer 35 Millionen Euro. Noch sind Technik und Vertrieb am Beckenweiher auf sieben Gebäude verteilt, die zum Teil 500 Meter auseinanderliegen. Künftig sollen sie in einen Komplex zusammenrücken. "Sämtliche Arbeitsabläufe werden reorganisiert", kündigt Christian Engel an, nicht zuletzt da BHS Corrugated nun auch auf SAP-Software setzt.

Rundumpaket für Kunden

Die Mannschaft soll dabei an Bord bleiben. Weltweit beschäftigen die Maschinenbauer 1500 Mitarbeiter, davon 700 in Weiherhammer. Die sind Teil eines "Life-Cycle-Unternehmens". Übersetzt: Die BHS stellt nicht mehr nur eine Maschine her und verkauft sie - sie liefert den Kunden aus der Papierindustrie Wartung, Service, Schulungen und weltweite Eingriffe in Produktionsprozesse gleich mit.

Ein Mosaikstein dafür ist eben das Logistikzentrum in Weiherhammer, das baugleich am Standort in China entsteht. Den Masterplan tüftelte Projektleiter Alexander Walberer aus. Er hat ihn mit Statiker Dr. Robert Ascherl, Stahlbauer Anton Forster und schnellen Genehmigungen durch Landratsamt und Wasserwirtschaftsamt in nicht einmal zwei Jahren umgesetzt.

Das Hochregallager bietet Platz für 30 000 Lagersichtkästen sowie 4500 Paletten und Gitterboxen. In der Halle lagern Materialien für 16 Millionen Euro. "Die werden im Jahr elfmal komplett umgeschlagen. Das ist für einen Sondermaschinenbauer Weltklasse", freut sich Walberer.

Das gefällt auch dem Chef. "2014 ist unser bislang bestes Geschäftsjahr", sagt Christian Engel. Er rechnet mit 330 bis 340 Millionen Umsatz. Zum Vergleich: Vor der Finanzkrise 2008 waren es 260 Millionen, danach 200 Millionen. Der Global Player ist längst mehr als ein Hidden Champion.
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