Seele bleibt hungrig zurück

Jubelkonfirmation feierten am Sonntag in der evangelischen Kreuzkirche Magdalena Ruisz, Christiane Farnbauer, Friedlinde Schrehardt und Ute Kraus (von links). In der Mitte Pfarrer Martin Valeske. Bild: baw
Lokales
Weiherhammer
29.06.2015
4
0

Vier Frauen, deren Konfirmation 25 und 50 Jahre zurück liegt, feierten am Sonntag in der Kreuzkirche Jubelkonfirmation. Pfarrer Martin Valeske bedauerte, dass nicht mehr Jubilare gekommen waren.

Zu einem vom Posaunenchor unter Leitung von Markus Sparrer gespielten Lied zogen die Jubelkonfirmanden mit dem Geistlichen ins festlich geschmückte Gotteshaus ein. Dort wurden sie von den Gläubigen mit dem Lied "Tut mir auf die schöne Pforte" empfangen.

Betrug und Erpressung

Valeske berichtete aus dem Lukasevangelium über den Mann Zachäus, der eigentlich mit Jesus nichts am Hut hatte. Mit seinem Tun habe er häufig die Grenzen von Betrug und Erpressung überschritten. Nach den Worten des Geistlichen gebe es zu allen Zeiten kleine Leute, die nach oben wollen. Häufig täusche der Schein über den wirklichen Zustand eines Menschen hinweg.

"Wer sich mit viel Macht wie Zachäus umgibt, fühlt sich nicht selten ganz schwach. Wer viel Geld und Besitz anhäuft, kann innerlich total verarmt sein." Doch es gebe immer mehr Menschen, die nicht mehr zufrieden seien mit Wohlstand und Konsum. "In ihnen wächst eine Sehnsucht nach etwas, das bleibt und Sinn gibt, sich bemerkbar zu machen." In der täglichen Flut von Medien- und Konsumangeboten bleibe die Seele häufig hungrig zurück.

Vielen Menschen gehe es wie Zachäus. Wenn sie ihr berufliches Ziel erreicht hätten, spürten sie auf einmal, dass ihnen etwas Wesentliches im Leben fehle. Es mache sich Unruhe des Herzens bemerkbar, in bohrenden Fragen und auch in Zweifeln. "Auf einmal wird klar, dass Glück mehr ist als die Erfüllung materieller Bedürfnisse." Es stelle sich die Frage, was man brauche, um glücklich zu sein.

Die Geschichte des Zachäus handle von der seelischen Gesundung eines Menschen und davon, wie ein Mensch von Gott aufgesucht werde und so zu sich selbst finde und den Sinn seines Lebens erkenne - wie er im wahrsten Sinn des Wirtes heil werde.

Vor 50 Jahren konfirmiert

Die goldene Konfirmation (50 Jahre) feierten Ute Kraus, geborene Schultz, Magdalena Ruiz (Schütze) und Friedlinde Schrehardt (Schlötzer). Die silberne beging Christiane Farnbauer (Heese). Sie erinnerten an ihre Konfirmationssprüche. Beim Gottesdienst spielte der Posaunenchor.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juni 2015 (7771)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.