Ultraläufer des TB Weiden absolviert 239 Kilometer beim Jurasteig-Nonstop-Trail
Böhm hält eisern durch

Hermann Böhm ist hart zu sich selbst: 239 Kilometer und 7900 Höhenmeter bewältigte der Mann aus Weiherhammer beim Jurasteig-Nonstop-Trail. Bild: hfz
Lokales
Weiherhammer
28.04.2015
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(sbü) Selbst für erfahrene Läufer ist diese Leistung schwer vorstellbar: 239 Kilometer und 7900 Höhenmeter an einem Stück ohne Erholungspause durchzulaufen und nicht aufzugeben. Beim "Jurasteig-Nonstop-Ultratrail" (Junut) müssen die Teilnehmer sich dieser Tortur stellen. Start und Ziel ist in Dietfurt im Altmühltal. 73 Läufer gingen auf die Strecke, doch 30 mussten aufgeben. Hermann Böhm vom Turnerbund Weiden gehörte zu den Finishern.

Nach 51 Stunden und 40 Minuten auf zum Großteil unbefestigten Pfaden überquerte Hermann Böhm vom TB Weiden die Ziellinie. Hinter ihm lag ein 239-Kilometer-Lauf, der in ständigem bergauf und bergab durch die Mittelgebirgslandschaft des Bayrischen Jura führte. "Als ich nach gut zwei Drittel der Strecke und 43 Stunden wegen Schmerzen an den Füßen anhalten musste, die Socken auszog, sah ich die Bescherung. Da wo eigentlich meine Zehennägel sein mussten, waren nur noch große Blasen", berichtet Böhm über die Qualen.

Der Mann aus Weiherhammer hatte seine eigene Lösung parat. Er stach die Blasen mit einer Nadel auf, schmierte Vaseline drüber und zog sich Socken und Schuhe wieder an. Mit voller Wasserflasche und einigen Energieriegeln machte er sich auf den letzten Abschnitt. "Die größten Schmerzen hatte ich beim Bergablaufen, weil die entzündeten Zehen vorne am Schuh anstießen", erzählt Böhm. "Wie die Ewigkeit sich anfühlt, das erlebte ich auf diesen letzten Kilometern. Mein Unterbewusstsein sagte mir aber, jetzt darfst du nicht mehr aufgeben." Und tatsächlich sah Böhm irgendwann die ersten Häuser von Dietfurt. Geschafft!

"Dass ich nicht zu den 30 gehörte, die aufgeben mussten, war unendlich schön", teilt Böhm seine Gefühle mit. Böhm kam auf Platz 28 ins Ziel. Der Schnellste, Georg Kunzfeld (Spiridon Frankfurt) schaffte die Ultramarathon-Strecke in 37 Stunden und 33 Minuten. Doch die meisten Teilnehmer erreichten, so wie Hermann Böhm, mit Zeiten um circa 50 Stunden das Ziel. Böhm wäre noch schneller gewesen, hätte er sich nicht verlaufen. Bei Kilometer 170 verlor er in der Dunkelheit die Orientierung und lief eine Stunde lang im Kreis.
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