Wir lieben Etzenricht

Dieses Schild sehen die Weiherhammerer in der Hauptstraße wohl nur noch drei Jahre. Dann ersetzt Edeka den bestehenden Markt durch eine "Diska"-Filiale mit kleinerem Angebot. Bild: Huber
Lokales
Weiherhammer
29.01.2015
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Statt in Weiherhammer eröffnet Edeka in der Nachbargemeinde. Über zwei Jahre lang war das anders geplant. Aber das Konzept stand von Anfang an unter keinem guten Stern. Das ist aus einer Stellungnahme des Lebensmittelriesen herauszulesen.

Ja, es ist vielleicht nicht ideal, dass die Gemeinde Weiherhammer lange keine schriftliche Absage bekommen hat. Edeka-Regionalleiter Günter Fröber will das gar nicht leugnen. Das habe eben nicht recht gepasst. Weihnachten und der Jahreswechsel sowie eine Grippewelle in der Regionalverwaltung in Unterfranken hätten da mit hineingespielt. "Aber mündlich haben wir dem Bürgermeister unsere Entscheidung mitgeteilt."

Vorwürfe an Anwohner

Auch sonst sei es nicht ideal gelaufen: Der Gemeinderat habe sich vor der Kommunalwahl im März 2014 nicht eindeutig positioniert, dann sei Claus Hellbach, der Geschäftsleiter im Rathaus, längere Zeit krank gewesen, und schließlich habe dem Lebensmittel-Unternehmen auch die Umgehung Weiherhammer samt Schließung des Bahnübergangs nicht so geschmeckt. Und dann war da noch die Interessengemeinschaft von Anwohnern: "Die haben das de facto verhindert", legt sich Fröber fest. Dagegen sei die Informationsveranstaltung in Etzenricht "sehr angenehm" gewesen. "Es gab kaum kritische Stimmen." Ganz verabschieden werde sich Edeka aber aus Weiherhammer nicht. "Wir wollen am jetzigen Standort die Verlängerungsoption ziehen", sagt Fröber. Bis zu 15 Jahre könnte sich der Supermarktbetreiber dort weiter einmieten. Statt eines Edeka-Vollsortimenters mit mindestens 12 000 Artikeln werde dort aber ab 2018 eine "Diska"-Filiale einziehen. Die biete rund 4500 Artikel an.

Angst, dass gegenüber dieser "Diska", wo ursprünglich Edeka hin wollte, ein anderer Vollsortimenter aufsperrt, hat der Regionalleiter nicht. "Dieser Mitbewerber muss davon ausgehen, dass wir in Etzenricht erfolgreich sind." Mit anderen Worten: Die Gemeinde wird sich schwer tun, einen Ersatz zu finden, wenn Edeka in der Nachbargemeinde auf 1600 Quadratmetern rund 16 000 Artikel auffährt. Dazu kommen Café, Backshop und Getränkemarkt.

Pächterin dieses neuen Marktes, der sehr dem Weidener Grünbauer-Edeka gegenüber von OTH und FOS ähneln soll, wird aller Wahrscheinlichkeit Regine Götz. Sie leitet die bisherige Filiale in Weiherhammer und ärgert sich ein bisschen. "Es kommt in der Öffentlichkeit immer so raus, als ob Edeka nicht informiert hätte. Aber ich war vor Weihnachten selbst mit Herrn Fröber beim Bürgermeister. Wir haben gesagt, dass es wohl nichts wird." Zudem habe die Regionalleitung "alles versucht", der Anwohner-Interessengemeinschaft entgegenzukommen.

Schregelmann macht Dampf

Nun freut sich Götz auf ihre neue Aufgabe. "Ich wohne ja in Etzenricht. Bald kann ich zu Fuß zur Arbeit gehen." Dafür legt sich Etzenrichts Bürgermeister Martin Schregelmann derzeit mächtig ins Zeug: "Diese Woche habe ich die Unterlagen für die vorgezogene Behördenbeteiligung am Bebauungsplan an 23 Fachstellen rausgeschickt." Der Rathauschef bittet die Bearbeiter, ihre Anregungen bis in vier Wochen vorzubringen. Danach liege der Plan weitere vier Wochen lang öffentlich aus. Darin sei zum Teil auch der Umbau der Weiherhammerer Kreuzung enthalten. Sollte sich wie bislang kein nennenswerter Widerstand abzeichnen, könnte der Bebauungsplan bis Juni oder Juli in Kraft treten.

Das wäre ganz nach dem Wunsch von Regionalleiter Fröber: "Wir wollen spätestens im Frühjahr 2016 zu bauen anfangen und den Markt im Herbst 2016 eröffnen." Sollte das so klappen, käme das erste Kompliment ausgerechnet aus Weiherhammer. "Dann kann ich nur den Hut vor Martin Schregelmann und seinen Gemeinderäten ziehen", sagt der frühere CSU-Fraktionssprecher Max Schätzler.
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