"Zukunft 2050"-Autor Dr. Ulrich Eberl schildert beim Oberpfalztag reelle Science Fiction
Mega-Trends: Chance für Oberpfalz

Impulsvortrag von Zukunftsforscher Dr. Ulrich Eberl im BHS-Innovision-Center in Weiherhammer. Bild: Götz
Lokales
Weiherhammer
22.11.2013
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Unsere Welt in 37 Jahren - würden wir sie wiedererkennen? Eine Weltbevölkerung von 9,5 Milliarden Menschen, mehr als eine Milliarde davon Rentner. Mega-Cities mit bis zu 50 Millionen Einwohnern. Mitdenkende Autos, die Zielen ausweichen und Hausroboter, die uns Wünsche von den Augen ablesen. Für den promovierten Physiker Ulrich Eberl bedeutet das vor allem: "Eine große Herausforderung und Chance auch für die Oberpfalz."

"37 Jahre von heute aus rückwärts", rechnet der Zukunftsforscher den Gästen des Oberpfalztages im BHS-Innovision-Center vor, "ist 1976 - daran können sich die meisten von uns durchaus noch erinnern". Eine überschaubare Zukunftsvision sei diese Hochrechnung für 2050, eine Zukunft, "die wir heute und unsere Kinder prägen werden". Dieses Szenario gehe uns alle an: "Welche Zukunftsthemen werden in der Oberpfalz bearbeitet? Eine ganze Menge."

Wir bräuchten drei Erden

Megatrends, wie Zukunftsforscher das nennen, seien neben der demografischen Entwicklung, eine Verstädterung, die Mega-Cities in Asien täglich um 100 000 Einwohner anschwellen lasse. Dann der Klimawandel: "Wenn wir heute alles abschalten, haben wir dennoch die nächsten 50 Jahre eine Erwärmung." Vier Grad bis zum Ende des Jahrhunderts, laute die augenblickliche Prognose, die für einige Regionen wie Afrika, die Arabische Halbinsel oder Sibirien bis zu 15 Grad plus bedeuteten: "Eine unvorstellbare Katastrophe, die Völkerwanderungen auslösen würde."
Dabei gehe in China jeden zweiten Tag ein Kohlekraftwerk in Betrieb - obwohl die neue Supermacht bereits die meisten Windräder baue: "Deren Energiehunger ist so groß, die brauchen alles." Mit der Folge, dass in Peking die Smog-Werte heuer jede Skala gesprengt hätten. "Der ökologische Fußabdruck der Menschen wird heute mit dem Faktor 1,5 angegeben - das bedeutet: Wir nutzen die Erde zu 50 Prozent über ihren Möglichkeiten. Die Daten hochgerechnet, bräuchten wir 2050 drei Erden." Die werden wir nicht bekommen.

Genau hier liege aber auch die Chance der Krise: Deutschland als Vorreiter der Energiewende habe ein enormes Potenzial, weil auch die anderen Staaten wüssten, dass es so nicht weitergehen könne. Die Mega-Cities bräuchten außer U-Bahnen, "die wir ihnen gerne verkaufen würden", auch intelligente Energietechnologien. Die alternde Gesellschaft benötige medizintechnische Lösungen - und mit diesen zwei Themen könnten die Oberpfalz und die Ostbayerische Technische Universität punkten, verweist der Leiter der weltweiten Innovationskommunikation von Siemens auf die hiesige Cluster-Bildung.
In der Sprache der Wirtschaftswissenschaftler befänden wir uns etwa seit 1990 im fünften Kondratjew-Zyklus, dem Informations- und Kommunikationszeitalter. "Vieles spricht dafür, dass der kommende sechste Zyklus die Epoche der Umwelttechnologie sowie Bio- und Medizintechnik sein wird." Beide Zukunftstechnologien wurden anschließend in Panels mit den jeweiligen OTH-Professoren vertieft (siehe Kasten).
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