Abitur kein Allheilmittel
Albert Rupprecht fordert Aufwertung der beruflichen Bildung

Harald Gollwitzer (vorne, Zweiter von rechts) wurde in der Kreisversammlung der Mittelstandsunion im Gasthof "Lohbachwinkel" als Kreisvorsitzender bestätigt. Seine Stellvertreter sind Karl Arnold (vorne, von links), Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht und Matthias Bäumler. Bild: bgm
Politik
Weiherhammer
12.04.2016
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Die Mittelstandsunion (MU) hat einen neuen Vorstand gewählt. Das war alles andere als ein Aufreger. Dafür ging Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht heftig mit der Bildungspolitik ins Gericht. Die zunehmende Akademisierung der Ausbildung sei "Wahnsinn".

Grundschullehrer hätten ihm den mit dem näher rückenden Übertritt steigenden Druck geschildert, seufzte Rupprecht. In der vierten Klasse würden die Schüler regelrecht verrückt, brächen in Tränen aus, wenn es in Musik mal die Note drei gäbe. All das geschehe, weil die Eltern es gut mit ihren Kindern meinten und dächten, dass es ohne Abitur nicht mehr ginge.

"Die berufliche Bildung muss gestärkt werden", forderte Rupprecht als Rezept gegen diese Entwicklung. Für die Union habe er als bildungs- und forschungspolitischer Sprecher den Koalitionsvertrag in diesem Sinne mitverhandelt und die jüngst beschlossene Erhöhung des Meister-BAföG erreicht.

MU-Kreisvorsitzender Harald Gollwitzer erinnerte an Erfolge der CSU-Mittelständler Sie hätten unter anderem Erleichterungen bei der Dokumentationspflicht zum Mindestlohn erreicht. Der Gegenentwurf zur Erbschaftssteuerreform habe die Unterstützung des Parlamentskreises Mittelstand, dem auch Rupprecht angehört, erhalten und sei sogar von der Frankfurter Allgemeinen für gut befunden worden. Die Mittelständler plädieren für eine jährliche Erbschaftssteuer in Höhe von drei Prozent auf die laufenden Gewinne in den ersten zehn Jahren nach der Betriebsübergabe.

Karrierechancen vor Ort


Landrat Andreas Meier warb für die Wirtschaftsförderung seines Amtes. "Wir verstehen uns als Bindeglied zu den übergeordneten Behörden." Leider gebe es immer noch die Auffassung, dass man die Region verlassen müsse, um Karriere zu machen. "Ich könnte eine ganze Liste mit Top-Unternehmen vorlegen, die hervorragende Arbeitsplätze anbieten", meinte der Landkreischef zu den Karrierechancen vor Ort.

"Ich bin der Meinung, wer Europa überstrapaziert, der fährt es an die Wand", sagte der Wahlkreisabgeordnete zur momentanen Lage in der Europäischen Union. Auf der einen Seite stünde die AfD, die die EU als Ganze ablehne. Auf der anderen Seite der politischen Überzeugungen sieht er Bundeskanzlerin Angela Merkel, die davon überzeugt sei, dass es immer nur nach vorne und nie einen Schritt zurück gehen dürfe. Sich selbst und die CSU verorte er zwischen den Positionen von AfD und Merkel. "Man darf sich nicht erpressbar machen und muss die Kraft haben, auch mal einen Schritt zurückzugehen", betonte Rupprecht. Die Türkei möchte er nicht im Brüsseler Parament haben.

Der VorstandDie Mitglieder bestätigten bei der Neuwahl ihre Führungsriege. Kreisvorsitzender bleibt Harald Gollwitzer. Stellvertreter Karl Arnold, Matthias Bäumler, Albert Rupprecht. Schatzmeister ist Herbert Meier, Schriftführer: Sebastian Kitta. Beisitzer: Severin Hirmer, Hans-Peter Lang, Stefan Rank, Reinhard Steinhilber und Ludwig Würth. Die Kasse prüfen Markus Dobmeier und Johannes Püttner. Kreisgeschäftsführer ist Christian Fröhlich. (bgm)
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