Entwicklungshilfeminister Gerd Müller lernt von Hilfsprojekten der BHS Corrugated
Damit die „Probleme“ nicht nach Deutschland kommen

"Wir müssen bei der Hilfe für Entwicklungsländer in neuen Dimensionen denken und handeln", fordert Minister Gerd Müller. Bild: Schönberger
Politik
Weiherhammer
13.10.2016
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"Der deutsche Wohlstand wird draußen in der Welt erarbeitet." Mit seiner Warnung vor dem erneuten Bau einer Mauer in Deutschland stand der CSU-Politiker beileibe nicht allein. Rückendeckung erhielt Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller postwendend vom Unternehmer Christian Engel, Der für seine klare Sprache geschätzte Inhaber des Familienkonzerns BHS Corrugated mit weltweit 1600 Beschäftigten sprach von einem "unglaublichen Ungleichgewicht" auf der Erde. "Wenn dieses Problem nicht gelöst wird, sind die Millionen-Flüchtlinge vom Vorjahr nur ein klitzekleiner Vorgeschmack."

Beim Besuch des Weltmarktführers für Wellpappen-Fertigungsstraßen am Donnerstag in Weiherhammer (Kreis Neustadt/WN) wertete Gerd Müller die Versorgung der Entwicklungsländer mit Energie und Bildung als "Schlüssel" für die Lösung der Probleme. "Wenn wir es nicht schaffen, eine Entwicklung wie vor 150 Jahren in Europa anzustoßen, kommen diese Probleme zu uns ..." Da erfolgte sein Besuch bei der Familie Engel mit den Inhaber-Brüdern Christian und Lars zur rechten Zeit, um ein Beispiel für praktische "Wirtschafts-, Bildungs- und Entwicklungspolitik zu erleben. Die Stiftung "Engel für Kinder" förderte seit dem Jahr 2003 mit rund 1,5 Millionen Euro zwei Grund- und eine Mittelschule unweit der laotischen Hauptstadt Vientane. 60 Lehrer unterrichten hier fast 1500 Schüler.

Recht auf Leben in Würde


Die inzwischen "effiziente Bildungsstruktur" (Projektleiter Johannes Zeck) macht seit 2015 auch die "systematische" Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte in Laos möglich. Für das Projekt "Teaching Englisch in Laos" holten sich die Engels professionelle Unterstützung von der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe. Mit weiteren 500 000 Euro fördert die BHS Corrugated die berufliche Ausbildung in Kooperation mit dem "Lao German Technical College". Die 44 jungen Leute - je 22 Elektriker und Mechaniker - kommen zur Lehre auch nach Weiherhammer.

Diese "nachhaltige Armutsbekämpfung" beeindruckte Müller dermaßen, dass er seine Unterstützung für das Engel-Projekt zur beruflichen Bildung in Laos zusagte. "Der gute Ruf Deutschlands in der Welt rührt vor allem von solchen Unternehmen her." Mit Blick auf das Verpackungsmaterial Wellpappe ("ein riesiges Wachstumsthema") merkte Müller an, dass bei richtiger Anwendung von Verpackung und Konservierung jeder Mensch auf der Welt ernährt werden könne. So gehen beispielsweise in Indien nach der Ernte 40 Prozent der Nahrungsmittel kaputt.

Nach Müllers Überzeugung verfügt Deutschland über die Kompetenz, mit "Hilfe zur Selbsthilfe" den Menschen in den Entwicklungsländern eine Perspektive zu geben. "Wir müssen ihnen unsere Lösungen bringen. Jeder Mensch hat ein Recht auf ein Leben in Würde." Ob der CSU-Minister dafür auch den Beifall seiner Parteifreunde Scheuer und Söder erntet? Müller erinnert daran, dass sich bis 2050 die Bevölkerung Afrikas verdoppeln werde. "Auch im letzten Dorf Afrikas wissen die Menschen, wie schön man in Europa leben kann ..."
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