Etzenrichter stellen sich quer
Gemeinsamer Bauhof von drei Gemeinden kommt wohl nicht

Die Mehrheit des Etzenrichter Gemeinderats will den in drei Gebäudeteilen untergebrachten Bauhof nicht aufgeben. Bild: war
Politik
Weiherhammer
22.01.2016
364
0

Die Bürgermeister von Weiherhammer, Kohlberg und Etzenricht könnten sich einen fusionierten Bauhof in Weiherhammer vorstellen. Doch die Gemeinderatsmehrheit in einem Ort spielt nicht mit.

Etzenricht/Kohlberg. Der Gemeinderat Weiherhammer hatte vergangene Woche dafür ausgesprochen, eine Studie in Auftrag zu geben, ob sich eine Bauhof-Zusammenlegung überhaupt rechnet. Nun zogen Etzenricht und Kohlberg nach. Der Kohlberger Marktrat war sich am Mittwochabend schnell einig: Ja zur Studie.

Nicht so die Etzenrichter. Sie debattierten lange und stimmten dann mit 7:4 dagegen. Der Gegenwind kam vor allem aus der CSU und von Bürgermeister Martin Schregelmann. Er war vor wenigen Tagen gegenüber dem NT noch überzeugt von der Idee: "Nach längerer Überlegung revidiere ich meine Ansicht. Wenn wir ein Gutachten machen, wecken wir von vornherein Begehrlichkeiten. Schritt eins zieht auch zwei und drei nach sich, und mit der Aufgabe unseres eigenen Bauhofs sehe ich den guten Service für unsere Bürger und die eigene Weiterentwicklung gefährdet."

Ähnlich sah es UPW-Mann Hubert Greiner. Hans Beutner und Gabriela Bäumler (beide UPW), Rudolf Teichmann und Willy Koegst (SPD) waren dagegen für die Studie. Josef Weidensteiner (CSU) warnte davor, die Personalverantwortung weg vom Etzenrichter Rathaus weg zu bewegen. "Wir würden Flexibilität verlieren" ergänzte Fraktionssprecher Reinhard Kleber.

Kein Bedarf


Mit drei Gebäudeteilen, Garage und Werkstatt, Fass-Schuppen und dem Mehrzweckbau am Bahndamm verfügt Etzenricht über rund 500 Quadratmeter. "Weiherhammer braucht einen Bauhof, wir haben nach Abwägung aller Hintergründe keinen Bedarf", urteilte Kleber.

"Das Gutachten heißt noch lange nicht, dass wir mitziehen müssen", konterte SPD-Sprecher Rudolf Teichmann. Weitere Pluspunkte sah er in einer langfristigen Planungssicherheit, etwa zur Schaffung einer gemeinsamen Kläranlage. "Für die Zusammenarbeit in der VG ist eine Absage nicht gut", warnte Teichmann und wies auf die geringen anteiligen Kosten hin. Er sprach von nur 1000 bis 1500 Euro aufgrund der Förderquote von 85 Prozent.

"Unser Bauhof wird bei den Berechnungen gut abschneiden und wenig Einsparpotenzial aufweisen, dennoch würden mich die Zahlen interessieren", nahm zweiter Bürgermeister Hans Beutner Stellung. "Wir bekämen objektiv den Istzustand beleuchtet", ergänzte Gabriela Bäumler (UPW) als Befürworterin. In einem waren sich die drei Fraktionssprecher einig: Bei Groß- und Spezialgeräten und fachlichen Anforderungen in den Kläranlagen, sollte eine kostensparende Zusammenarbeit auf VG-Ebene gesucht werden.

Eine Idee, viele Väter


Sowohl in Kohlberg als auch in Etzenricht regte sich Widerspruch gegen die in einem Pressebericht getroffene Aussage, dass die Idee für die Prüfung einer Zusammenlegung der Bauhöfe von Weiherhammerer Bürgermeister Ludwig Biller (CSU) stamme. "Wir reden seit über zehn Jahren über dieses Thema und warfen die Frage auf, ob es eine zielführende Lösung gibt", eröffnete Bürgermeister Rudolf Götz (CSU) die Aussprache. Teichmann betonte, dass er in der Gemeinschaftsversammlung als Vertreter der Etznerichter UPW und SPD diesen Vorschlag bereits unterbreitet hatte. Auch Schregelmann reklamierte die Urheberschaft für sich.
Weitere Beiträge zu den Themen: Rudolf Götz (16)Martin Schregelmann (7)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.