Gemeinsam sparen
Drei Gemeinden denken über gemeinsamen Bauhof nach

Vielleicht zieht der Etzenrichter Bauhof nach Weiherhammer um. Der Fahrzeugbestand und das Personal sollen nach dem Willen von Bürgermeister Martin Schregelmann aber auf jeden Fall erhalten bleiben. Bild: war
Politik
Weiherhammer
19.01.2016
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Aus drei mach eins: Aus Weiherhammer kommt der Vorschlag, den gemeindlichen Bauhof mit dem von Etzenricht und Kohlberg zusammenzulegen. Die Nachbarorte könnten sich das auch vorstellen. Sofern der Preis stimmt.

Weiherhammer/Etzenricht. Bevor es so weit ist, muss der Plan diese Woche noch durch die Gemeinderäte in Etzenricht und Kohlberg. Vorerst geht es nur um eine Studie, die untersuchen soll, ob ein großer Gemeinschaftsbauhof Geld einsparen kann, ohne die gewohnten Leistungen anzugreifen.

Die Idee dazu hatte Weiherhammers Bürgermeister Ludwig Biller. Ihm schwebt ein Neubau an zentraler Stelle vor: im Gewerbegebiet "Weberschlag" in Weiherhammer. Biller warnt davor, bei einer Bauhoffusion gleich an Stellenstreichungen oder weniger Service zu denken: "Das Gegenteil ist der Fall. Es kommen doch immer mehr Aufgaben auf die Gemeinden zu."

Da biete es sich an, Fahrzeuge und Geräte gemeinsam zu nutzen, und bis zu 85 Prozent der Investition aus einem Förderprogramm anzuzapfen. Biller will das Thema auch angehen, weil er auf seinem bestehenden Areal nicht erweitern darf. "Das ist altes Deponiegelände."

Etzenrichts Rathauschef Martin Schregelmann kann sich mit dem Gedanken anfreunden, falls die Studie dies empfiehlt. Aber: "Jede Gemeinde hat ihren Standard, da will ich nicht weg davon." Es bedeutet, dass der Winterdienst weiterhin gewährleistet sein soll, aber Hecken nicht unbedingt in jedem Ort am gleichen Tag gestutzt werden müssen. Schregelmann könnte sich vorstellen, auch seinen bisherigen Bauhof in irgendeiner Form zu erhalten. "Man kann ja nicht wegen jeder Gartenschere nach Weiherhammer fahren."

Den Personalstand (9 Vollzeitkräfte in Weiherhammer, je 3 in Etzenricht und Kohlberg) hält Schregelmann für unverzichtbar. "Wir sind in Etzenricht sogar unterbesetzt. Im Sommer brauchen wir immer zwei bis drei Hilfskräfte zusätzlich."

Ähnlich sieht es Kohlbergs zweiter Bürgermeister Gerhard List. Vorbehaltlich der Studie habe die Idee der Zusammenlegung Charme. "Von den Mitarbeitern sind immer mehr Fortbildungen gefordert, wenn ich nur an Wasser und Abwasser denke. Dann ist mal einer krank. Das könnte bei einer Zusammenarbeit vielleicht besser aufgefangen werden."

Sofern die Räte heute in Kohlberg und am Donnerstag in Etzenricht grünes Licht geben, soll sich die Studie in zwei Phasen gliedern. Zunächst werde der Sachstand ermittellt, dann werde untersucht, in welchen Bereichen eine Zusammenarbeit allen Beteiligten Geld sparen kann.

Ähnliche Pläne im Westen


Übergroße Eile besteht nicht, erklärt Biller. Sollten seine Amtskollegen einverstanden sein, wäre 2016 für die Planungen reserviert. Die Finanzierung habe ebenfalls noch ein bisschen Zeit. Der Haushalt der Verwaltungsgemeinschaft werde erst nach den Gemeindeetats erstellt.

Ähnliche Kooperationspläne gibt es auf VG-Ebene zwischen den Gemeinden Kirchenthumbach, Vorbach und Schlammersdorf. Dort stieß diese Initiative im Dezember aber zunächst auf Skepsis.

VG unter sichMantel ist bei den Kooperationsplänen nicht mit an Bord. Bürgermeister Stephan Oetzinger wurde nicht gefragt. "Das Industriegebiet Weberschlag ist auch zu weit weg für uns." Zudem sei der Verwaltungsaufwand zu groß. Die drei Mitgliedsgemeinden der VG könnten über ein Umlageverfahren leichter miteinander abrechnen, den Manteler Anteil auseinanderzudividieren sei schon schwieriger. Oetzinger schwebt stattdessen vor, selber einen neuen Bauhof Richtung Steinfels am Ortsrand nahe der US-Siedlung zu errichten. (phs)
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