Suche nach neuem Abteilungsleiter
TSG-Fußballer führungslos

Jetzt besteht die Gefahr, die Abteilung zu verlieren.
Sport
Weiherhammer
12.01.2016
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Werner Windisch (vorne, noch in seiner Zeit als Bürgermeister) ist weit davon entfernt, die weiße Fahne zu hissen. Der TSG-Vorsitzende will die Ruhe bewahren und setzt auf interne Gespräche, um einen neuen Fußball-Abteilungsleiter zu finden. Archiv: Steinbacher

Mit großen Problemen kämpft die Fußballabteilung der TSG Mantel-Weiherhammer. In der Jahreshauptversammlung fand sich keine neue Abteilungsleitung. Rainer Vater und sein Vertreter Rainer Niewerth stellten sich nicht mehr zur Wahl. Nicht die einzige Baustelle der TSG.

Nicht nur Insider hatten es befürchtet. Schon seit einiger Zeit war bekannt, dass Rainer Vater sich nicht mehr für das Amt als Abteilungsleiter zur Wahl stellen würde. Da auch weitere Vorstandsmitglieder nicht mehr weitermachen wollten und sich keine Nachfolger fanden, sah sich Wahlleiter Bürgermeister Ludwig Biller gezwungen, die Neuwahlen abzubrechen.

Erfolgsgaranten


Biller appellierte eindringlich an die Mitglieder, in sich zu gehen und Verantwortung zu übernehmen. Zusammenhalt, Wille und ehrenamtliches Engagement seien nach seinen Worten über Jahrzehnte die Erfolgsgaranten der TSG-Fußballer gewesen. "Jetzt besteht die Gefahr, die Abteilung zu verlieren." Alle hätten die Aufgabe, für den Fortbestand zu sorgen. Er sei bereit, einen Beitrag dazu zu leisten. Bis zum neuen Versuch macht die bisherige Leitung weiter. Zweiter Stellvertreter Richard Hirmer signalisierte, dass er für dieses Amt weiter zur Verfügung steht, sofern ein Abteilungsleiter und ein erster Stellvertreter gefunden werden. Hans Weiß sah die Zeit reif für einen teilweisen Generationswechsel: "Die jüngeren Mitglieder müssen Verantwortung übernehmen."

In seinem Rückblick informierte Vater, dass der Abteilung 363 Mitglieder, davon 90 Jugendliche, angehören. Durch Austritte, Umzüge und Todesfälle sank die Mitgliederzahl um elf Personen. Die Alten Herren seien im 52. Jahr des Bestehens die wichtigste Säule im Verein gewesen. "Sie unterstützen und organisieren nicht nur das Bürgerfest oder den Ausschank im Sportheim, sondern übernehmen zudem verantwortungsvolle Aufgaben."

Zur Zeit habe die Abteilung vier aktive Schiedsrichter. Ein neuer Rasentraktor musste angeschafft werden. Die Kontakte von Rainer Niewerth, die großzügigen Spenden des Fördervereins und des Hauptvereins sowie die zehnprozentigen Förderung durch die Gemeinde machten den Kauf möglich. Die handwerklichen Arbeiten am Rasen und rund um das Gebäude erledigen Gerwald Adam, Robert Kohl und Erwin Weigl. Günther Rosenberger erhielt von BFV-Präsident Rainer Koch den DFB-Ehrenpreis.

Sportheim braucht Pächter


Ein großes Problem bereitet das Sportheim. Da sich bisher kein Pächter fand, bewirtschafteten es Mitglieder seit dem 1. Februar in Eigenregie. Die Helferschar verringerte sich im Laufe der Zeit auf nun sieben Sportfreunde und drei bis vier Frauen der AH. "Die Helferzahl muss viel höher sein, um die Öffnungszeiten halten zu können", sagte Vater. Heuer werde es keinen Fußballer-Ball geben, da die Besucherzahl im letzten Jahr weiter sank und die Einnahmen gerade noch die Ausgaben deckten. TSG-Vorsitzender Werner Windisch lobte die gute Zusammenarbeit mit der Fußballabteilung. Nach seinen Worten solle sich jeder überlegen, wie er sich in die Abteilung einbringen kann (siehe "Nachgefragt").

Vom erfolgreichsten Jahr seit 2007 berichtete AH-Leiter Karl-Heinz Hasler. Mit erhobenen Hauptes habe, laut Trainer Tobias Heindl, die erste Mannschaft den Abstieg aus der Kreisliga Süd weggesteckt. In der aktuellen Kreisklassen-Saison belege man den 9. Platz. Der misslungene Start sei darauf zurückzuführen, dass wichtige Spieler lange nicht zur Verfügung standen. Wegen Spielermangels tritt die zweite Mannschaft in einer Spielgemeinschaft mit dem SV Etzenricht an. Genauso spielen die A- bis F-Jugendmannschaften seit Juli in einer Spielgemeinschaft mit dem SV Etzenricht. Einen enormen Zulauf verbuche die G-Jugend.
Jetzt besteht die Gefahr, die Abteilung zu verlieren.Bürgermeister Ludwig Biller


NachgefragtWerner Windisch, Vorsitzender des Gesamtvereins der TSG Mantel-Weiherhammer, verhehlt nicht, dass die Personalprobleme der Fußball-Abteilung auf den ganzen Verein eine gewisse Angespanntheit ausstrahlen. "Dennoch hilft es nichts, wenn wir jetzt in Hektik und unkoordinierten Aktionismus verfallen", sagte er auf Nachfrage. In den nächsten Tagen stünden zunächst interne Gespräche an, bei denen geeignete Kandidaten für die Posten des Abteilungsleiters, dessen Stellvertreter sowie des Kassiers sondiert werden sollen. "Erst danach müssen die Fußballer selbst mit den geeigneten Leuten sprechen und sie für die Aufgabe begeistern. Es nützt nichts, wenn nur wenige Schultern die gesamte Last einer Abteilung tragen."

Windisch zeigte sich enttäuscht ob der mangelnden Bereitschaft vieler Mitglieder, Verantwortung zu übernehmen. "Ich hoffe, dass einige TSGler jetzt aufgerüttelt worden sind und sie ihre passive Haltung aufgeben." An ein erneutes Scheitern der Wahl am 21. Februar bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung verschwendet der Vorsitzende keinen Gedanken. "Es muss weitergehen. Wir können ja nicht die Fußball-Mannschaften aus dem Spielbetrieb zurückziehen. Die Kicker sind eine tragende Säule des Gesamtvereins." (fle)
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