Abriss des ehemaligen Pegmatitwerks
Ruine weicht Neubauten

Luftaufnahme aus den 1970er Jahren vom Pegmatitwerk in Weiherhammer. Repro: hfz
Vermischtes
Weiherhammer
09.09.2016
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Wo einst 53 Jahre lang Pegmatit abgebaut und aufbereitet wurde, entstehen in naher Zukunft neue Bauplätze. Bei Besitzer Wolfgang Trenz stehen potenzielle Bauherren Schlange. Doch bevor ein Bebauungsplan erstellt wird, muss die leerstehende Ruine des alten Pegmatitwerks weichen.

Und genau diese Hürde ist seit einigen Tagen aus dem Weg geräumt. Die über 13 Jahre leerstehende Ruine fiel den Abrissbaggern und -geräten zum "Opfer". Eine Träne weint dem Gebäude offensichtlich niemand nach. "Der Besitzer hatte nun die Abrissgenehmigung. Das war auch ganz in unserem Sinn. Die Ruine war mit diversen Schmierereien nicht mehr schön anzusehen", sagt Bürgermeister Ludwig Biller, der sich ansonsten nicht explizit zu der künftigen Nutzung des Geländes äußern wollte. "Das ist einzig und allein Sache des Besitzers."

"Je nach Wunsch"


Der heißt Wolfgang Trenz und weilt fast den gesamten Sommer über an seinem zweiten Wohnsitz in Spanien. Aus dem Urlaubsdomizil teilte er auf NT-Nachfrage mit, dass er auf einer Fläche von 12 000 Quadratmetern parzellierte Bauplätze anbieten will.

"Etwa zehn Stück mit einer Größe von 600, 1200 oder 2400 Quadratmetern - je nach Wunsch und Interesse", sagte Trenz. Demnächst soll der Bebauungsplan aufgestellt werden. Zeit will Trenz keine mehr verlieren, da er bereits mehrere Bauwillige an der Hand hat.

Toskana-Stil


"Interessenten gibt es genügend. Erste Gespräche sind bereits geführt." Trenz hat sich viele Gedanken gemacht, bezüglich der weiteren Nutzung des Areals. Letztlich hätten auch für ihn, der in unmittelbarer Nachbarschaft bereits ein Dreifamilienhaus im Toskana-Stil errichtet hat, die "Lausbuben-Schmierereien" an der Ruine den Ausschlag zum Handeln gegeben.

Pegmatitvorkommen in Weiherhammer: erstmals 1900"Pegmatit ist ein Gemisch aus Quarzsand, Feldspat und Kaolin und wichtiger Grundstoff für die Porzellan-, Steingut- und Glasherstellung", erläutert Lothar Kraus, Heimatpfleger aus Weiherhammer. In seinen historischen Unterlagen ist erstmals im Jahr 1900 von Pegmatitvorkommen in Weiherhammer und Wiesendorf die Rede.

Das Gemisch wurde von der Firma "Keramische Rohstoffe Bauscher-Mandt GmbH" verarbeitet. "Ab 1925 erfolgte ein wirtschaftlicher Abbau Über- und Untertage in der 'Bavaria-Grube' am sogenannten 'Kalkhäusl', als Feldbahngleise zur Bahnstrecke gelegt wurden", weiß Kraus. Durch den Bau des Mineralmahlwerks der Firma Franz Mandt sei es möglich gewesen, ab 1956 Pegmatit vor Ort in Weiherhammer aufzubereiten.

"Der Pegmatit wurde dort getrocknet und gesiebt. Das ausgeschiedene Material ging über eine Magnettrommel, die die Aufgabe hatte, Eisenteilchen auszuscheiden."

1978 wurde der Abbau am "Kalkhäusl" eingestellt. "Seitdem diente das Gelände unter anderem als Müllkippe für den gesamten Landkreis." Über Altlasten sei indes nichts bekannt. Die unterirdischen Gänge seien 2009 aufgefüllt worden. Zudem sei die "Bavaria-Grube" aus dem Bergrecht entlassen und wieder dem Staat übergeben worden. (fle)
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