Daniel Witt aus Weiherhammer
Wrestling-Fan im Bayern-Trikot

Ganz bayerisch gestaltet Daniel Witt die Kennzeichen seines 588-PS-Schlittens: Neben "Biernot" zierte auch schon "O Zapft" die Rückansicht seines ganzen Stolzes. Bilder: hfz(2)
Vermischtes
Weiherhammer
09.09.2016
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Für den gebürtigen Weiherhammerer ist es das Größte, wenn er mit Wrestlern für ein Selfie posieren oder abklatschen kann.

Daniel Witt stammt aus Weiherhammer. Seit 2012 wohnt der 31-Jährige in Swedesboro im Bundesstaat New Jersey in den USA. Sein nicht ganz billiges Hobby bringt ihn regelmäßig ins deutsche Fernsehen.

Wer donnerstags das Wrestling-Magazin "RAW" auf Tele 5 oder freitags "Smackdown" auf Pro Sieben Maxx schaut, dem fällt oft ein Fan in den ersten Reihen in Lederhose und Bayern-Trikot auf. Dabei handelt es sich um den gebürtigen Weiherhammerer, den es vor knapp vier Jahren beruflich über den großen Teich verschlagen hat. Zunächst war Witt sechs Monate auf Montage in den Staaten, doch inzwischen ist der gelernte Industriemechaniker fest als Servicetechniker bei einem amerikanischen Unternehmen angestellt.

Green-Card-Verlosung


"Zunächst bekam ich ein Visum, doch ich hatte Glück bei der Green-Card-Lotterie, damit bin ich doch wesentlich flexibler", sagt er im NT-Gespräch. Die Green Card erlaubt es Ausländern, fast unbegrenzt in den USA zu leben und zu reisen. Und Reisen sind für den Exil-Oberpfälzer wichtig geworden. Seit er im Alter von sechs Jahren zum ersten Mal beim Wrestling zufällig im TV vorbeizappte, lässt ihn dieser Show-Kampfsport nicht mehr los. "Mit meinem Nachbarn habe ich dann Wrestler-Figuren gesammelt und Videos geschaut. Mit Beginn der Lehre ließ das Interesse etwas nach, aber seit er in Amerika lebt, sei er wieder "voll dabei".

8000 Dollar für Eintritt


"Ich war in diesem Jahr schon in San Francisco, Orlando, Dallas, Las Vegas, New York und Chicago zu Wrestling-Events." Dafür nimmt Witt auch mal Inlandsflüge von bis zu sechs Stunden in Kauf. Sein Hobby lässt sich der Wrestling-Fan so einiges kosten: "Grob überschlagen habe ich dieses Jahr schon knapp 8000 Dollar nur für Tickets hingelegt." Alleine für den Höhepunkt "Wrestlemania" kostete die Karte 2500 Dollar. Aber ihm sind die Veranstaltungen jeden Cent wert. 95 000 Zuschauer und mehr seien in Amerika keine Seltenheit. "In Deutschland wäre bei einer Wrestling-Veranstaltung nicht mal die Allianz-Arena voll", ist sich Witt sicher.

Und um aufzufallen und sich einen gewissen Wiedererkennungswert zu schaffen, trägt er bei allen Veranstaltungen stets "Lederbüchse und Bayern-Trikot - das hat nicht jeder". Zur Not darf es auch mal ein Deutschland-Trikot sein, aber als Bayern-Fan bevorzugt er das rote FCB-Shirt. Den Stellenwert, den Wrestling für ihn in den Staaten hat, nimmt in der Heimat der Fußball ein. Bei den Champions-League-Endspielen des FC Bayern 2010, 2012 und 2013 fieberte Witt im Stadion mit. Zwar pflegt er regen Kontakt zu seiner Familie und einigen Freunden, aber eine dauerhafte Rückkehr nach Deutschland kann sich der Wahl-Amerikaner nicht vorstellen. "Ich werde eventuell die amerikanische Staatsbürgerschaft beantragen, aber die deutsche auf keinen Fall aufgeben."

Seine neue Heimat erkundete Witt in einem 18 000-Kilometer-Trip durchs Land. Nicht irgendwie, sondern stilecht in einem 588-PS-starken "2013 Chevrolet Camaro ZL1 Cabrio mit 6,2-Liter-V8-Kompressor". Alleine 3000 Dollar Spritkosten musste der Oberpfälzer für seine Erkundungstour hinlegen.

Seine Freundin akzeptiere seine kostspieligen Hobbys, "auch wenn sie ab und zu schon mal etwas murrt". Aber den eventuellen Einwänden entgegnet Witt lapidar: "Das muss dir wurscht sein."
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