Diplom-Sozialpädagoge Georg Pilhofer klärt über Angst- und Panikstörungen auf
Wenn die Angst dich packt

Sozialpädagoge Georg Pilhofer erklärt relevante Fakten zu Angst- und Panikstörungen im Innovision Center der BHS. Bild: plue
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Weiherhammer
24.11.2016
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Atemnot, Zittern, Herzklopfen oder weiche Knie: Das sind sie, typische Angstsymptome. Doch Phobien kommen nicht von heute auf morgen, weiß Diplom-Sozialpädagoge Georg Pilhofer. Er weiß auch, was es im Ernstfall zu tun gilt.

"Wie fühlt es sich an, wenn man Angst hat?", fragt Georg Pilhofer in die Runde der Besucher im BHS Innovision Center. "Man ist wie erstarrt und weiß nicht genau, was man tut", schallt es zurück. Und schon ist man mittendrin beim Referat zum Thema "Wenn Ängste das Leben bestimmen". Es ist ein Bestandteil der Reihe "Seelische Gesundheit im Alter", die die Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft Nordoberpfalz und der Verein zur Förderung seelischer Gesundheit im Alter anbieten.

"Angst hat viel mit Erfahrung oder Bedrohung zu tun. Häufig ist sie diffus. Furcht ist im Gegensatz dazu real, eine gerichtete Angst", erklärt Pilhofer. Er arbeitet als Gerontotherapeut für die Diakonie Amberg. Und er geht das ernste Thema entspannt an, erklärt generell Angst- und Panikstörungen und fordert die Besucher auf, nachzufragen. Mit Erfolg.

"Wie entstehen Ängste?", fragt eine Besucherin. "Sie kommen nicht von heute auf morgen. Vieles spielt sich schon in der Kindheit ab. Manche Menschen verdrängen ein Leben lang angstvolle Erfahrungen", betont Pilhofer. Der Referent hebt hervor, dass Ängste natürliche Schutzmechanismen sind, die sich häufig in Form von Wut, Frustration oder sogar Aggression gegenüber sich selbst oder anderen Menschen äußern.

Pilhofer rät: "Frust und Wut sollte man auch auslassen, etwa durch Sport. So findet man seine Balance wieder." Mit aufgestauten negativen Gefühlen verringere sich häufig das Selbstbewusstsein der Betroffenen. "Es kann passieren, dass man Angst vor dem Leben entwickelt. Dadurch sinkt das Verantwortungsbewusstsein, und Betroffene beginnen sich mehr auf andere zu verlassen."

Egoismus als Schutz


"Welche Formen von Angst gibt es?", will ein anderer Gast wissen. Der Sozialpädagoge differenziert zwischen Phobien (anhaltende Angst vor bestimmten Situationen, Tieren oder Gegenständen), Panikattacken (plötzlich auftretende Angstanfälle mit ausgeprägten körperlichen Symptomen) und generalisierten Angststörungen (langanhaltende Angst, verbunden mit unrealistischen Befürchtungen).

Zudem sei Angst instinktiv geprägt. Viele Menschen, so der Referent, seien überfordert mit der rasanten Weiterentwicklung in der Moderne. "Oftmals braucht man einen gesunden Egoismus, um sich zu schützen. Hilfreich ist es, auch mal ,Nein' zu sagen", erklärt der Sozialpädagoge.

Und: "Wie lassen sich Ängste behandeln?", lautet die nächste Frage. "Es gibt kein Patentrezept", so die Antwort. "Was dem einen hilft, kann dem anderen schaden", unterstreicht Pilhofer.

Tief durchatmen


Es gäbe allerdings ein paar Tipps, die Menschen helfen können, in der Angst wieder über sich selbst die Kontrolle zu erlangen. "Atmen Sie tief durch, machen Sie Entspannungsübungen, gehen Sie raus in die Natur oder reflektieren Sie, wovor genau Sie Angst haben", rät der Referent. In schlimmeren Fällen könnten auch Beruhigungsmittel helfen.
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