Ergebnislose Suche nach Fußball-Abteilungsleiter
Einen Schritt näher am Abgrund

Wer freiwillig ein Amt übernommen hat, muss auch auf eigenen Wunsch zurücktreten können.
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Weiherhammer
22.02.2016
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Wollt ihr euren Traditionsverein so einfach aufgeben?

Die TSG-Fußballabteilung geht schweren Zeiten entgegen. Nachdem bei der Jahreshauptversammlung am Dreikönigstag die Neuwahlen abgebrochen werden mussten, weil kein Nachfolger für Rainer Vater als Abteilungsleiter gefunden wurde, scheiterte auch der zweite Versuch.

Die Voraussetzungen waren äußerst schlecht, da im Vorfeld alle angesprochenen Personen ablehnten und nur 35 der 363 Mitglieder, davon 90 Jugendliche, sich im Sportheim einfanden. Rainer Vater, der neun Jahre die Abteilung leitete, zeigte sich sehr enttäuscht über das mangelnde Interesse der Mitglieder. Er bekräftigte seinen Entschluss, nicht mehr für das Amt zu kandidieren. "Wer freiwillig ein Amt übernommen hat, muss auch auf eigenen Wunsch zurücktreten können." Vater forderte, die Abteilung mehr zu unterstützen.

Problem Sportheim


Stolz zeigte er sich darüber, dass die Fußballer schuldenfrei sind, obwohl in den letzten Jahren viele Anschaffungen, Erneuerungen und sonstige Maßnahmen getätigt werden mussten. Finanzielle Unterstützung erhielt die TSG dabei vom Förderverein sowie vom Hauptverein und der Gemeinde. Dringend benötige man Helfer für die Bewirtschaftung des Sportheimes. Dies werde derzeit von fünf bis sechs Helfern regelmäßig erledigt. "Sollten diese sich nicht mehr zur Verfügung stellen, können wir die Öffnungszeiten nicht halten." Vater forderte die Mitglieder auf, das Sportheim öfter zu besuchen.

Zweiter Bürgermeister Herbert Rudolph erinnerte an die Aussage von TSG-Vorsitzenden Werner Windisch bei der Jahreshauptversammlung, dass es bei den Fußballern weitergehen müsse. Die Kicker seien eine tragende Säule des Hauptvereins. "Der Gemeinde fehlt ohne die TSG ein Verein, der vielen Bürgern die Chance zur Leibesertüchtigung anbietet. Wollt ihr euren Traditionsverein so einfach aufgeben?", fragte Rudolph. Nach Windisch müsse alles getan werden, damit es bei den Fußballern weitergehe. "Jetzt ist die Chance zu einem Generationswechsel da", sagte Windisch.

Wollt ihr euren Traditionsverein so einfach aufgeben?Herbert Rudolph, zweiter Bürgermeister

Kein leichtes Amt hatte der Wahlausschuss unter Leitung von Hans Weiß. Vater sicherte vor der Wahl zu, dass alle Positionen durchgehend besetzt werden können. Gesucht werden der Abteilungsleiter, sein Vertreter und ein Kassier. Weiß machte klar, was auf die Abteilung zukommen kann, wenn für die Positionen niemand gefunden wird. "Es kann so weit kommen, dass zur neuen Saison kein Fußball mehr in Weiherhammer gespielt wird." Er stellte darüberhinaus die Zukunft des Sportheims und des Sportgeländes in Frage. Den Mitgliedern war die Betroffenheit anzumerken, aber alle angesprochenen Personen lehnten ab. Für Christian Härtl zeigen 35 Mitglieder bei solch einer wichtigen Versammlung alles über den Zustand der Abteilung. Karl Förster verdeutlichte, dass die Auflösung der Fußballer auch das Aus des Fördervereins bedeutet.

Abteilung stilllegen


Eine Pause brachte auch nicht den erhofften Erfolg. Vater erklärte sich bereit, bis zum Saisonende alle anfallenden schriftlichen Arbeiten zu erledigen. Ein kleinerer Kreis will sich heute treffen, um bis zum Ende der laufenden Spielzeit im Mai alles Notwendige zu besprechen. "Sollte bis dorthin niemand gefunden werden, der den Vorsitz übernimmt, wird die Abteilung stillgelegt", sprach Windisch des schlimmsten Fall aus. Für ihn müsse das Ziel sein, dass in Weiherhammer weiterhin Fußball gespielt werde. Die Spieler sollten bei der TSG gehalten werden. "Wir werden weiterhin geeignete Personen kontaktieren, die unserer Meinung nach für den Vorsitz der Fußballer in Frage kommen." Die Hoffnung habe er noch nicht aufgegeben.

Wer freiwillig ein Amt übernommen hat, muss auch auf eigenen Wunsch zurücktreten können.Rainer Vater, scheidender Leiter der Fußball-Abteilung


Zum Angemerkt von Fabian Leeb
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