Historische Uhr prangt am Feuerwehrhaus - Ursprünglich am Turm der BHS-Hochofenkapelle
Stück Geschichte Weiherhammers

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Weiherhammer
07.10.2015
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Bis es endlich soweit war, vergingen fast fünf Jahre. Nun können die Bürger von Weiherhammer stolz sein auf ihre historische Uhr, die einen würdigen Platz am Feuerwehrhaus gefunden hat und von dort ein Stück Geschichte von Weiherhammer darstellt.

Zu offiziellen Inbetriebnahme hieß Organisator Robert Kohl neben seinem Unterstützer und Heimatpfleger Lothar Kraus auch einen Großteil der Träger der Barbaramedaille willkommen. Er dankte besonders Anna Biller, die der Gemeinde die Uhr kostenlos überließ.

"Was lange währt, wird endlich sehr gut, könnte man zum Abschluss einer Aktion sagen, die vor rund fünf Jahren begann und eigentlich ein ganz anderes Ergebnis zu Tage bringen sollte", meinte Kohl. Er habe den Vorschlag, dass sich die Medaillenträger der Gemeinde an der Gestaltung des neuen Rathauses beteiligen sollten, gerne aufgegriffen.

Fast alle Träger der Barbaramedaille waren mit von der Partie. Auf Vorschlag von Heimatpfleger Lothar Kraus sollte man darüber nachdenken, die historische Uhr der ehemaligen BHS-Werkskapelle mit dem Neubau des Rathauses zu verbinden.

Der Architekt des Gebäudes war jedoch mit dem Ansinnen nicht einverstanden. Alt und neu waren nicht in Einklang zu bringen. Doch auch die Uhr selbst verhielt sich manchmal wie eine Diva. Durch Führungskräfte der damaligen BHS sei sie in ihrer Einheit zweigeteilt und damals für ein paar Mark verscherbelt worden.

Ein Teil, das Ziffernblatt, blieb in Weiherhammer, der andere Teil habe in Hirschau eine neue Heimat gefunden. Alle Versuche, sie wieder in ihren Urzustand zu vereinen, seien fehlgeschlagen. Einzig Anna Biller aus der Friedhofstraße stimmte bei einem Gespräch mit dem damaligen Bürgermeister Werner Windisch und Heimatpfleger Kraus der Überlassung der Uhr zu, die ihr verstorbener Ehemann vor dem Verschrotten gerettet hatte. Die Spenderin war auch überzeugt davon, dass geschichtsträchtige Erinnerungen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollten. Und so fand nun das geschichtliche Dokument Weiherhammerer Vergangenheit nach vielen Irritationen am Feuerwehrhaus einen mehr als würdigen Platz.

Anna Biller freut sich, künftig die Tageszeit von ihrem Küchenfenster aus ablesen zu können. Zudem sei die Uhr ein Blickfang, der auch der nachkommenden Generation ein Stück Geschichte des Ortes vermitteln kann.

Organisator Kohl dankte besonders der Spenderin, den Medaillenträger für den finanziellen Beitrag sowie Bürgermeister Ludwig Biller, Heimatpfleger Kraus und der Feuerwehr für die Unterstützung. Nach seiner Aussage kosteten die Renovierung des Ziffernblattes, des neuen Uhrwerks und die Montage rund 3800 Euro. Spontan gingen bei der Feier weitere 400 Euro von Gönnern ein, die bisher noch nicht gespendet hatten. "Möge uns diese Uhr immer eine friedvolle Zeit anzeigen", wünschte Kohl zum Abschluss.

Heimatpfleger Kraus ging kurz auf die Geschichte der Uhr ein. 1758 läutete eine bronzene Glocke die Arbeitszeiten im BHS-Werk ein. 1833 ging dann ein langersehnter Wunsch der Arbeiter in Erfüllung: eine Werksuhr mit Glockenschlag am Turm der Hochofenkapelle. Als diese abgerissen wurde, fand die Uhr ihren Platz am Giebel der Hüttenschenke. Dort blieb sie bis zum Abriss der Schenke 1959.

Das Uhrwerk wurde an einen Werksangehörigen verkauft, das Zifferblatt konnte Wilhelm Biller vor dem Einschmelzen retten. Lange Jahre war das Zifferblatt mit einem modernen Uhrwerk am Nebengebäude der Familie Biller angebracht.
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