Infostelle des Naturparks Nördlicher Oberpfälzer Wald im neuen Rathaus eingerichtet
Bereicherung nicht nur für Weiherhammer

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Weiherhammer
17.12.2014
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Rathäuser sind nach Ansicht von Andreas Meier, Landrat und Vorsitzender des Naturparks Nördlicher Oberpfälzer Wald, nicht nur Verwaltungsstellen, sondern auch Informationszentren. Mit der Einrichtung der neuen Infostelle des Naturparks "Lebensraum Natur" im neuen Rathaus wurde dies bestätigt.

Gelegen am Beckenweiher, einem der ältesten und mit 19,5 Hektar flächenmäßig kleinsten Naturschutzgebiete im Naturpark, bietet das Rathaus nunmehr eine Service- und Infostelle zum vorbeiführenden Wander- und Radwegenetz, informierte Meier bei der offiziellen Eröffnung.

Rund 35 Vogelarten

In deren Umkreis kämen etwa 35 Vogelarten auf engen Raum vor, wusste der Landrat. Bemerkenswert sei die Brutkolonie der Lachmöve, die mit durchschnittlich über 300 Brutpaaren zu den zehn größten in ganz Nordbayern gehöre.

Die großen Schottermassen, Sande und Tone gingen wiederum auf die Eiszeit zurück. Die Kräfte, die damals am Werk waren, hätten vor vielen Tausenden von Jahren den Sand angeschwemmt und mehrere Meter hoch aufgetürmt. Nicht von ungefähr wurde und werde daher im Haidenaabtal Kies abgebaut. Dieser habe - Dank moderner, umweltbewusster Abbaumethoden und umsichtiger landschaftlicher Gestaltung - neue Lebensräume für Pflanzen und Tiere geschaffen. Viele bedrohte Arten fänden so im Kiesbiotop eine neue Heimat.

Der Naturpark habe zusammen mit der Gemeinde Weiherhammer daher bei der inhaltlichen Gestaltung der Infostelle ein besonderes Augenmerk auf diesen speziellen "Lebensraum Natur" gelegt, deren Mittelpunkt ein kleines Diorama bildet, betonte der Naturpark-Vorsitzende.

Es zeige schematisch den Brutlebensraum des Flussregenpfeifers mit Nachbildung einer Sand-Kiesbank im Fluss. Eine typische Vogelart, die auf Sand- und Kiesflächen oder an Baggerseen in fast ganz Europa lebe. Die Vitrinengestaltung erlaubt sogar einen Einblick unter die Wasseroberfläche mit ihren Kleintieren. Angefangen von Fischen über Insekten bis hin zu Krebsen.

Der Beckenweiher lieferte früher zudem einem Hüttenwerk die Antriebskraft des Wassers. Exponate und Tafeln zur Ortsgeschichte ergänzen ideal die Rollups des Naturparks. Über den Bildschirm im Foyer werden zeitweise Filmausschnitte vom Naturparkgebiet gezeigt. Viele Anregungen können dem reichhaltigen Prospektmaterial entnommen werden.

Bürgermeister Ludwig Biller dankte den Naturpark-Verantwortlichen für die Einrichtung der Infostelle, die eine Bereicherung nicht allein für den Ort darstelle. Der Geschäftsführer des Naturparks, Martin Koppmann, hofft nun, dass die Bürger das Angebot nutzen und sich über den Naturpark informieren. Mathilde Müllner, für die Betreuung der Landschaftspflegemaßnahmen im Naturpark zuständig, sieht in Weiherhammer mit dem Beckenweiher und der Haidenaab eine enge Verzahnung von Still- und Fliesgewässern. Zudem informierte sie über vorhandene Pflanzen und Tiere und über notwendige Pflegemaßnahmen.

Unter Naturschutz

Heimatpfleger Lothar Kraus erinnerte daran, dass der Beckenweiher vor 360 Jahren erstmals genannt wurde. Ohne ihn gäbe es Weiherhammer nicht. Vor 75 Jahren sei das Gewässer auf Drängen der Lehrer unter Naturschutz gestellt worden (Mehr über den Beckenweiher gibt es auf Seite 8 zu lesen). Der Vorsitzende der LBV-Ortsgruppe, Simon A. Küblböck, informierte, dass die Haidenaab eine Zug-Achse für Vögel aus Richtung Skandinavien sei.
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