KAB feiert 115jähriges Bestehen
Immer den Grundsätzen treu geblieben

2014 hat bei der KAB ein Leiterteam die Führung übernommen. Sprecher dieses Teams sind seither Martin Eheim (hinten links) und Gertrud Werner (hinten, Vierte von links).
Vermischtes
Weiherhammer
17.09.2016
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(baw) Auch nach über einem Jahrhundert gelten noch immer die Anliegen der Gründerväter, sich gegen die Missstände, einzusetzen, die sich die Arbeitnehmer ausgesetzt waren und sind. Die örtliche katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB), die das 115jährige Bestehen feiern kann, ging aus dem Arbeiterverein, ab 1947 Werkvolk und seit 1971 Umbenennung in KAB hervor, ist nicht nur eine tragende Säule der Pfarrgemeinde, sondern auch ein fester Bestandteil des Vereinsleben.

Weiherhammer. Die KAB Weiherhammer feiert am Samstag, 17.09. das 115jährige Bestehen. 18 Uhr Festgottesdienst mit Diözesanpräses Thomas Schmid, um 19 Uhr findet im Rahmen des Jubiläums die Herbsttagung des Kreisverbandes zum Thema "Hetze im Netz und auf der Straße - Mobilisierung durch rechtsextreme Netzwerke gegen Asylsuchende und Flüchtlinge" im Schützenraum im Untergeschoss des Hallenbades statt. Als Referent konnte Wolfgang Meyer, der stellvertretende Leiter der Bayerischen Informationsstelle gegen Extremismus vom Bayerischen Verfassungsschutz gewonnen werden. Im Anschluss Grußworte und Ehrungen.

Die von Papst Leo XII 1891 verkündete Sozialenzyklika "Rerum novarum" befasste sich auch mit der Not und dem Elend der Arbeitnehmerschaft und den unmenschlichen Arbeits- und Lebensbedingungen. Einige mutige Männer, unter ihnen der Mainzer Bi9schof Wilhelm Emanuel Ketteler, organisierten Arbeiter in Arbeitervereinen unter der Obhut der katholischen Kirche. Die deutschen Bischöfe hatten aufgerufen, Arbeitervereine zu gründen. Bald konnten beachtliche Erfolge erzielt werden. In der Diözese Regensburg wurden zwischen 1891 und 1910 insgesamt 105 solcher Vereine gegründet, darunter auch 1910 in Weiherhammer mit dem Industrieschwerpunkt Hüttenwerk. Das älteste Dokument dafür ist die alte Vereinsfahne mit der Aufschrift "Katholicher Arbeiterverein Weiherhammer - 10902". In den Folgejahren wechselte mehrmals die Vorstandschaft. Eine Niederschrift von 1931 berichtete ausführlich von der ersten Rede des neun Präses, Pfarrer Georg Schächtl. Nach seinen Worten dürfen die Arbeiter drei Dinge nicht verlieren: Kopf, Mut und das Gottvertrauen". Herausgeschnittene Seiten aus dem Protokollbuch lassen die Vermutung zu, dass während des Nazi-Regimes die KAB im Stillen weitergearbeitet hat, obwohl jegliche Betätigung von kirchlichen Organisationen verboten war.

Wieder gegründet wurde die KAB 1947 als Werkvolk mit 50 Mitgliedern. 1966 erfolgte die Gründung einer Frauengruppe. Erste Vorsitzende wurde Gunda Kreutzer. Es folgten Erika Wenzl, Monika Bäumler und 1998 Gertrud Werner. Nach 29 Jahren übergab Herbert Wöllfl 2011 das Amt des Vorsitzenden an Martin Eheim. Seit 2014 steht ein Leiterteam an der Spitze der rund 170 Mitglieder zählenden Bewegung. Sprecher sind Gertrud Werner und Martin Eheim.
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