Oberpfälzer organisiert Hilfe für Erdbebenopfer in Ecuador
Welle der Hilfsbereitschaft

BHS-Servicetechniker Markus Fleischmann (Dritter von links) übergibt Hilfspakete an Betroffene. Bilder: privat (2)
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Weiherhammer
18.05.2016
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Weiherhammer/Guayaquil. (pjut/epd) Ecuador hat mit Gottesdiensten und Gedenkfeiern an die Opfer des Erdbebens vor einem Monat erinnert. Am 16. April starben nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde rund 660 Menschen bei dem Beben der Stärke 7,8. Besonders heftig traf es die Küstenstädte Manta und Pedernales. Einer der Ersten, die vor Ort in Manta halfen, war der Oberpfälzer Markus Fleischmann von der BHS Corrugated aus Weiherhammer. Der Servicetechniker, der in Ecuador arbeitet, sammelte in einer kurzfristigen Aktion knapp 15 000 Euro und finanzierte damit Hilfspakete für die Opfer der Naturkatastrophe. Innerhalb von vier Tagen kaufte Markus Fleischmann die Hilfsgüter, verpackte sie und lieferte sie direkt zu den unmittelbar Betroffenen.

5000 Euro von der BHS


BHS Corrugated, nach eigenen Angaben der Weltmarktführer für Wellpappenanlagen, stellte 5000 Euro zur Verfügung, um den Betroffenen in Ecuador zu helfen. Mit dem Geld schnürte die Firma 125 Hilfspakete, die in Manta an die Erdbebenopfer verteilt wurden. Markus Fleischmann fädelte die Aktion ein. Der Servicetechniker arbeitet seit vier Jahren in Ecuador. 24 Wochen im Jahr ist er in Südamerika, in Guayaquil. Dort wartet er bei der Firma Procarsa eine von BHS Corrugated gelieferte Wellpappenmaschine. Der Oberpfälzer hielt sich während des Bebens zwar in Guayaquil auf, erfuhr aber über die Medien vom Ausmaß der Katastrophe. Fleischmann wollte helfen. Er schrieb eine Mail an die BHS-Geschäftsleitung. Noch am selben Tag habe man ihm geantwortet und finanzielle Unterstützung zugesagt. Er trat auch an die Chefs von Procarsa heran. Die südamerikanische Firma beteiligte sich mit 10 000 Dollar ebenfalls an der Hilfsaktion. Dem Oberpfälzer standen schließlich fast 15 000 Euro zur Verfügung. Er erkundigte sich, was gebraucht wird: Hauptsächlich Lebensmittel, aber auch Hygieneartikel waren wichtig. In einem Supermarkt in Guayaquil kaufte Fleischmann zusammen mit Vertretern von Procarsa ein. Über sieben Stunden dauerte die gemeinnützige Shopping-Tour, zwei Lastwagen wurden mit Hilfspaketen vollgeladen. Damit ging es nach Manta.

525 Pakete verschenkt


Die Hafenstadt an der Pazifikküste war schwer verwüstet worden. Teile der Stadt seien nicht mehr befahrbar gewesen, berichtete Fleischmann. Sehr viele Menschen hätten Haus und Hof verlassen müssen. Darunter befanden sich auch Kunden des BHS-Geschäftspartners Procarsa. Die Frau eines Bekannten von Fleischmann organisierte dort die Ausgabe der insgesamt 525 Päckchen.

Bei dem Erdbeben hatten Zehntausende Menschen ihr Zuhause verloren, rund 30 000 mussten in Notunterkünfte ausweichen. Präsident Rafael Correa sprach von der schlimmsten Tragödie seit sieben Jahrzehnten. Er schätzt die Kosten für den Wiederaufbau auf rund drei Milliarden Euro. Die Regierung möchte die Betroffenen des Erdbebens mit Zuschüssen für Lebensmittel und Miete unterstützen.
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