Pfarreiengemeinschaft kein Zuckerschlecken
"Keine Alternative"

Pfarrer Adam Nieciecki (rechts) forderte von den Kaltenbrunner Gläubigen Geduld: "Ich habe zwei Jahre in Kohlberg gekämpft. Das geht jetzt weiter." Bild: bk
Vermischtes
Weiherhammer
06.02.2016
78
0

"Die ersten Schritte in der Pfarreiengemeinschaft sind getan. Wir haben uns bemüht, vieles so zu lassen, wie es war, und einen guten Weg gefunden, mit dem alle zufrieden sein können", stellte Pfarrgemeinderatssprecherin Martina Messer fest. Glücklich ist aber keiner mit der vom Ordinariat verordneten Lösung.

Kaltenbrunn. Das Laiengremium habe mutig neue, interessante Wege gewagt, aber auch erkannt, dass alte Wege doch nicht verkehrt seien, sagte Messer in der Pfarrversammlung und zählte etliche Veranstaltungen des vergangenen Jahres auf. Sie erinnerte unter anderem an Yoga- und Nordic-Walking-Kurse, Familienkreuzweg, Altkleidersammlung, das Priesterjubiläum von Josef Häusler sowie Geburtstags- und Abschiedsfeiern für Pfarrer Irudayaraj Devadass.

Große Spendenfreude


Der Gewinn aus dem Glühweinausschank ging an das vom Hochwasser heimgesuchte Heimatdorf von Pfarrvikar Yesu Savariyappan. Messer dankte für die Unterstützung und bat zugleich um Bereitschaft zur Mitarbeit. "Unsere Pfarrei steht finanziell auf soliden Füßen", gab Kirchenpfleger Karl Bauer bekannt. Dies sei der sparsamen Haushaltsführung der letzten Jahrzehnte, aber auch der Spenden- und Hilfsbereitschaft vieler Pfarrangehöriger zu verdanken. Trotz des Rückgangs des Kirchenbesuchs gab es bei den Kollekten für die Pfarrei eine Steigerung auf 8390 Euro.

Ein Herz für Menschen in Not hätten viele auch bei den Sondersammlungen gezeigt. 18 604 Euro leitete Bauer weiter. In dem Zusammenhang erwähnte er die Opferbereitschaft bei der Sternsingeraktion, die im Vergleich zu anderen Pfarreien in Kaltenbrunn groß sei. 700 bis 800 Geschäftsbuchungen seien mit zeitaufwendigen Beratungen und Entscheidungen verbunden, bemerkte der Kirchenpfleger.

Nicht weiter gekommen sei man bis jetzt bei der Suche nach einem oder weiteren Mesnern zur Unterstützung der Geschwister Barbara und Georg Tafelmeyer. Der Aufruf nach einer Reinigungskraft für das Pfarrheim und für die Kirchenwäsche blieb bislang ohne Echo. Mit der von der Diözese empfohlenen Firma IBIG aus Weiden als Elektroprojektanten soll das Lampenproblem in der Pfarrkirche behoben werden.

Viel Bürokratie


Viel ehrenamtlichen Verwaltungsaufwand erfordere der Kindergarten, stellte Bauer fest. Um sowohl den Ansprüchen der Eltern und Kinder als auch des Personals und den wirtschaftlichen Belangen der Gemeinde gerecht zu werden, sei eine ständige Überprüfung und Anpassung des Anstellungs- und Qualifikationsschlüssels nötig.

Kirchenpfleger spricht TachelesKarl Bauer ging in der Pfarrversammlung mit deutlichen Worten auf die Nichtbesetzung der Pfarrstelle ein. "Der Ablauf des Wechsels war sicher nicht glücklich. Es hat sich gezeigt, welche Wertschätzung die geistlichen Herren im Bischöflichen Ordinariat für die Leute vor Ort haben. Sie sind im 08/15-Antwortschreiben gar nicht auf unsere Fragen und Sorgen eingegangen", kritisierte Bauer.

"Pfarrer Adam Nieciecki ist sehr an uns interessiert. Er hat viele Vorstellungen, wir kommen bisher gut miteinander aus." Bauer bat, etwaige Vorurteile außen vor zu lassen und die Zusammenarbeit mit beiden Geistlichen zu suchen und zu pflegen. Denn eine Alternative gebe es nicht.

Bauer: "Uns geht es vorrangig um die Zukunft unserer Pfarrei, nicht um kurzfristige oder einmalige Erfolge. Wir haben in den letzten elf Jahren zirka 1,8 Millionen Euro in bauliche Maßnahmen, also in Beständigkeit und Nachhaltigkeit investiert. Helfen wir mit, dass dies nicht umsonst war", schloss Bauer.

In fünf Monaten sei es aufgrund der Unterschiede in den Pfarreien nicht möglich, alle Abläufe, Gruppen, Institutionen zu kennen, betonte Pfarrer Nieciecki. "Ich habe zwei Jahre in Kohlberg gekämpft, das geht jetzt weiter."

Pfarrvikar Yesu freute sich auf die Zusammenarbeit auch mit den Gemeinden. Ferner will er seine Deutsch-Kenntnisse selbst verbessern, "auch Oberpfälzisch", meinte eine Zuhörerin. "Schau ma amal", fügte der Vikar hinzu und stellte sein Gesangstalent unter Beweis.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.