Pfarrer Devadass besucht Kaltenbrunn
Zurück in eine andere Welt

"Fast täglich kommen Leute zu mir und bitten um Geld." Zitat: Pfarrer Irudayaraj Devadass
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Weiherhammer
12.08.2016
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Ein Ort zum Nachdenken: Pfarrer Devadass in der Marienkirche.

570 Großfamilien auf 20 Quadratkilometern, 15 Kirchen und 6 Kapellen, primitive Behausungen, miserable Straßen, schlechtes Trinkwasser, kein Internetanschluss - das ist die neue Pfarrei von Pfarrer Irudayaraj Devadass. Kürzlich war er fünf Tage zu Besuch in Kaltenbrunn.

Kaltenbrunn. Daniel Schweiger, hatte den Pfarrer zu seiner Trauung einfliegen lassen. Zuvor hatte er Devadas mit vier weiteren Kaltenbrunnern im Mai in seiner südostindischen Heimat Andichuriani besucht.

Pangaianchan, die neue Gemeinde des Pfarrers, liegt 35 Kilometer von seiner Heimat entfernt. Viele kleine, weit verstreute Dörfer und Siedlungen, zum Teil nur mit dem Motorrad zu erreichen, hat Devadass dort zu betreuen. Keine leichte Aufgabe für den früheren Bischofssekretär und Rektor eines Priesterseminars, der zwei Jahre in Belgien Katechismus und pastorale Theologie studierte und anschließend 15 Jahre in Kaltenbrunn wirkte.

Kein sauberes Trinkwasser


Wahrlich sehr einfach sieht es im Pfarrhaus von Pangaianchan aus. "Dagegen war Kaltenbrunn das Paradies", erzählt Devadass ein wenig wehmütig. "Es gibt auch keine Sekretärin." Die Verwaltungsarbeit muss er selbst erledigen. Es fehlt auch an sauberem Trinkwasser. Die Menschen müssen zu Fuß oft lange Wege zurücklegen, um Wasser von einem Brunnen zu holen, das nur abgekocht genießbar ist. In den Dörfern bietet die Staatsregierung keine Schulen an. Deshalb muss die Kirche eigene Ausbildungsstätten aufbauen. In neun Waisenheimen der Diözese Sivagangai bekommen rund 2000 Kinder, meist aus abgelegenen Dörfern, freie Unterkunft.

Hilfe aus Weiherhammer


"Unser Bischof Dr. Jebamalai Susaimanickam - er war 2010 in Kaltenbrunn - will, dass jedes unterprivilegierte Kind die Möglichkeit zu einer guten Ausbildung bekommt und nicht Analphabet bleibt. Dann wird sich die Lebensqualität steigern und auch die Familien und letztlich die Gesellschaft im allgemeinen verbessern", betont Devadass. Bei der Feier seines 25-jährigen Priesterjubiläums am 23. Mai hatte der Bischof die Pfarrei St. Martin und den OWV Weiherhammer ausdrücklich genannt. Er wisse zu schätzen, wie viel Gutes bereits für die Einrichtungen zugunsten der Kinder getan wurde. "Fast täglich kommen Leute zu mir und bitten um Geld", berichtet Devadass. Für ihn wäre es schlimm, wenn er Arme wegschicken müsse, die dann enttäuscht seien. Deshalb sei er weiterhin auf Unterstützung aus Deutschland angewiesen, in Form von Spenden oder Messstipendien. "Es mag manchen wie ein Tropfen auf den heißen Stein vorkommen, aber schon zehn Euro sind rund 800 indische Rupien und bewirken viel, denn ein Tagelöhner kommt nur auf 3 bis 4 Euro", bemerkt er. "Die Menschen bei uns sind wegen schwerer Arbeit schnell kaputt. Frauen werden im Durchschnitt nur 65, Männer 70 Jahre alt."

Während seines Besuchs kam es spontan zu zwei weiteren Patenschaften für bedürftige Kinder. Der "Boarisch-Buam-Xpress" spendete 100 Euro. Mit 200 Euro jährlich, das sind rund 50 Cent pro Tag, für Kleidung und Schule, kann einem Kind eine bessere Zukunft ermöglicht werden. Kontaktadresse: "Nächstenliebe Pangaianchan", Siegfried Bock, Grafenwöhrer Straße 14a, 92 700 Kaltenbrunn, siggi.bock@t-online.de

Freude über Kugelschreiber


Und welch großes Geschenk für ein Kind in Indien ein Kugelschreiber ist, haben die fünf Kaltenbrunner, die von der Freundlichkeit, Herzlichkeit und Zufriedenheit der Inder beeindruckt waren, selbst erfahren. Pfarrer Devadass konnte bei seinem Rückflug am Montag dank der Spender auch aus Weiherhammer und Freihung 500 Schreibutensilien mitnehmen

Fast täglich kommen Leute zu mir und bitten um Geld.Pfarrer Irudayaraj Devadass
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