Trauer um Stück Dorfgeschichte
"Hoffmann-Wirt" schließt

Sie genossen am Mittwoch zum vorletzten Mal ein Stück Lebensqualität. Maria Plößl (stehend, rechts) servierte diesmal XXL-Schnitzel. Neben ihr Anneliese Lang, die treue Seele in der Küche seit elf Jahren. Rechts, stehend Wirt Franz Plößl. Bild: bk
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Weiherhammer
24.06.2016
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Einige hielten es für ein Gerücht, doch es ist wahr: Die Gaststätte "Zur grünen Eiche", längst "Hoffmann-Wirt" genannt, weil die Eichen davor und gegenüber dem Straßenausbau zum Opfer fielen, schließt am 30. Juni.

Dürnast. "Die Entscheidung ist uns wirklich nicht leicht gefallen." Maria und Franz Plößl, die kürzlich 65. Geburtstag feierten, begründen dies ausschließlich mit gesundheitlichen Problemen. Beide hatten das seit 110 Jahren bestehende Wirtshaus in vierter Generation geführt und zum beliebten Treffpunkt für Vereine und Stammtische gemacht.

Das Dorfwirtshaus genoss einen guten Ruf wegen der ausgezeichneten Küche, und auch die Preise passten. Kein Wunder, dass die Familienfeiern in letzter Zeit stark anstiegen.

Traurig über die Schließung ist nicht nur KAB-Teamleiterin Sieglinde Koppmann. "Maria war eine Wirtin mit Leib und Seele. Wir hatten schon die Feier des 50-jährigen Jubiläums für 28. September terminiert. Jetzt wird der Bau eines Gemeinschaftshauses noch aktueller." Auch die Siedlergemeinschaft sah im Vereinslokal ein Stück Heimat. "Wir konnten dort unter anderem ungestört unsere Sitzungen abhalten," erklärt Georg Schieder.

Heimatlose Vereine


"Es war die weiteste Strecke, aber mit dem angenehmsten Ziel. Die Kohlberger 60er-Freunde sind gerne hingewandert und stets gut bewirtet worden. Deshalb bedauern wir das sehr," sagt Karl Prösl. Gerne kehrten auch die "Wurzelstolperer 1 und 2" sowie die Radfahrergruppe Riebel aus Etzenricht ein. Ein neues Vereinslokal muss sich auch der VdK-Ortsverband Kaltenbrunn-Weiherhammer suchen.

"Seit sechs Wochen plärrn mir schua," bekennen Karl Stahl, Seniorchef der Weiherhammerer Spedition, und sein Bilanzbuchhalter Georg Weisser. "Wir haben unsere Betriebsfeiern beim Hoffmann-Wirt abgehalten." Schwer fällt der Abschied auch dem Rentner-Stammtisch Weiherhammer-Röthenbach. "Es gibt doch in der Umgebung kein Lokal, wo mittags aufgekocht wird," hieß es unisono.

Zweiter Bürgermeister Herbert Rudolph, selbst Dürnaster, bekräftigte, dass Rathauschef Ludwig Biller und der Großteil des Gemeinderats "stark hinterher sind, dass Dürnast ein Gemeindehaus bekommt".
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