Weiherhammer anno dazumal: Viele Vorschläge für Kirchenstandort - Kommission musste entscheiden
Ein zähes Tauziehen

Vermischtes
Weiherhammer
18.03.2015
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Um 1890 gehörten die Ortschaften Mantel, Steinfels, Hütten, Weiherhammer und Etzenricht zum Pfarrbezirk Neunkirchen bei Weiden. Nachdem 1892 der Pfarrhof und 1898 die neue katholische Kirche erbaut waren, wurde Mantel Expositur. In diesem neuen Seelsorgebezirk befanden sich auch die Ortschaften Weiherhammer und Beckendorf.

Der Katholische Kirchen- und Krippenbauverein Weiherhammer, der im Jahr 1908 entstand, hatte sich zum Ziel gesetzt, eine größere Kapelle oder kleinere Kirche zu erbauen. Dabei gab es vor allem zwei Schwierigkeiten: die Finanzierung und das Platzproblem. Während der Kirchenbauverein engagiert versuchte, Geld für das Vorhaben aufzutreiben, gab es zur Frage nach einem geeigneten Standort verschiedene Meinungen.

Zahlreiche Vorschläge

Oberlehrer Kres etwa machte den Vorschlag, den Platz an der Röthenbacher Straße hinter dem Arbeiterhaus zu erwerben. Pfarrer Posset von Neunkirchen schlug vor, die Kirche zwischen Weiherhammer und Etzenricht zu errichten, um das Problem eines neuen Gotteshauses für beide Orte gleichzeitig zu lösen. Sowohl die Weiherhammerer als auch die Etzenrichter sprachen sich jedoch gegen diesen Vorschlag aus.

Pfarrer Schmid aus Mantel wiederum hatte einen Bauplatz am Bahnhof gegenüber dem Bahnhofsgebäude ins Auge gefasst. Aber wegen Grundwassers in diesem Areal wurde auch diese Idee wieder fallengelassen. Oberbergrat Heißbauer neigte dazu, die Kirche an den Berg zum Hüttenwerkskeller gegenüber der Direktorwohnung zu stellen, was unter anderem wegen der Kostenfrage abgelehnt wurde.

Hin und Her

Pfarrer Schmid bemühte sich dann um einen Bauplatz am Forsthaus. Doch Forstmeister Binder aus Etzenricht lehnte auch dies ab, da das Forstamt selbst ein Bauvorhaben geplant hatte. Forstmeister Binder verwies auf das Bingereck, da sich in diese Richtung auch der Ort vergrößere. Um hier Grund erwerben zu können, war allerdings ein Tauschgrundstück nötig, was zunächst abgelehnt wurde, unter anderem auch von den Beamten des Hüttenwerks.

Der Kirchenbauverein beschloss dennoch, aus dem Eigentum der Bayerischen Forstverwaltung am Bingereck Baugrund zu erwerben. Der Zusammenschluss erwarb dafür auch entsprechende Tauschobjekte.

In der Hauptversammlung des Kirchen- und Krippenbauvereins bildeten sich schließlich zwei Lager. Eine Gruppe war für den Platz am Bingereck, die andere für einen Platz in der Mitte des Dorfes.

Am 1. Mai 1932 besichtigte Bischof Dr. Michael Buchberger den bereits erworbenen Kirchenbauplatz am Bingereck. Er stellte dabei einem Schulknaben die Frage: "Nun Kleiner, wo soll die Kirche hinkommen?" - "Hier soll sie herkommen", sagte der Kleine. Daraufhin entschied sich der Bischof für den Bauplatz am Bingereck und besichtigte den unteren Platz in der Dorfmitte gar nicht mehr.

Kommission entscheidet

Als der Bischof den Ort wieder verlassen hatte, gab es große Meinungsverschiedenheiten. Der geistliche Würdenträger entsandte deshalb eine Kommission nach Weiherhammer. Da der Bauplatz in der Dorfmitte der Abordnung unentgeltlich angeboten wurde, entschied sich diese für die Dorfmitte als Standort der Kirche. Damit waren die Würfel gefallen, der Kirchenbau in Weiherhammer konnte beginnen. (Text: und Bild: Lothar Kraus)
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