Industrie 4.0 im Überbetrieblichen Bildungszentrum in Ostbayern (ÜBZO)Weiherhammer
Ausbildung für das digitale Zeitalter

Mit dem Berufsbild des Produktions-Technologen bringt Professor Dr. Erich Bauer (rechts) ein bayernweit einmaliges Projekt auf den Weg. Bild: sbü
Wirtschaft
Weiherhammer
01.12.2016
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Industrie 4.0 ist in aller Munde. Sie wird die Arbeitswelt einschneidend verändern. Berufsinhalte müssen sich anpassen. Dafür macht das Überbetriebliche Bildungszentrum in Ostbayern (ÜBZO) jetzt einen wichtigen Schritt.

Die Nachfrage ist groß. Ab 1. September 2017 beginnt ein Pilotprojekt des Überbetrieblichen Bildungszentrums in Ostbayern (ÜBZO) mit der Berufsschule Wiesau. Professor Dr. Erich Bauer, Vorstandsvorsitzender der Lars-und Christian-Engel-Stiftung, zu der das ÜBZO gehört, stellte ein in ganz Bayern einmaliges Pilotprojekt der Öffentlichkeit vor. "In der Industriewelt 4.0 müssen Produktionsprozesse organisiert und gesteuert werden. Dafür wurde das Berufsbild des Produktions-Technologen geschaffen", sagte Bauer. Er verweist darauf, dass es Digitalisierung, vernetzte Produktionsprozesse und künstliche Intelligenz in fast allen Produktionsbereichen bereits gibt.

"Digitale Kompetenz wird zu einer Schlüsselkompetenz", prognostiziert der frühere Präsident der OTH. Um die Lücke in der dualen Ausbildung für die neue Berufswelt zu schließen, sollen jetzt in möglichst großer Zahl Produktions-Technologen ausgebildet werden. Bauer beschreibt diese Ausbildung als "Hybridausbildung, wie es vor vielen Jahren auch der Mechatroniker war".

Vier Lernorte


Das Interesse an der neuen Ausbildung sei sehr groß. Fast täglich würde das Netzwerk von Betrieben, die sich beteiligen wollen, anwachsen. Dort müssen sich auch die Ausbildungs-Interessenten bewerben. Die Ausbildung selbst erfolgt dann an vier Lernorten. Grundlagen, Basiswissen und fachübergreifende Kenntnisse werden im ÜBZO, dem Kompetenzzentrum für ProduktionsTechnologie, vermittelt.

Die Spezialisierung auf die einzelnen betrieblichen Besonderheiten erfolgt im Ausbildungsbetrieb. An der Berufsschule Wiesau werden besondere Klassen für Produktions-Technologen besucht. "Wiesau hat schon viel Erfahrung mit IT-Berufen und den Verfahrensmechanikern", stellt ÜBZO-Geschäftsführer Reinhold Hautmann fest. Schließlich werden Lerninhalte auch auf einer Online-Lernplattform vermittelt. So können Auszubildende länger im Ausbildungsbetrieb bleiben. "Produktions-Technologen helfen, Produktionsprozesse zu optimieren", betont Hautmann. Die jungen Leute lernen neben vernetzten Produktionstechniken, Rapid Prototyping oder 3-D-Druck noch die klassischen Fertigungsverfahren. Überall, wo produziert wird und unabhängig von der Branche, könnten sie eingesetzt werden, erklärt Hautmann. Das Spektrum reiche von der Automobilindustrie bis in den Lebensmittelsektor. Das gelte auch für kleinere Betrieben, wo längst schon digitale Techniken angewandt werden.

2018 dualer Studiengang


"Absolventen der betrieblichen Berufsausbildung Produktions-Technologie stehen attraktive berufliche Weiterentwicklungsmöglichkeiten zur Verfügung", sagt Florian Waldeck, zuständiger Leiter dieses neuen Ausbildungsgangs. Karriere-Möglichkeiten reichen über Prozessexperte und Prozessmanager bis hin zum ab dem Jahre 2018 geplanten dualen Studiengang Produktions-Technologie. "Wir sind ein vom Bundesbildungsinstitut anerkanntes und gefördertes Kompetenzzentrum, das 29. in Deutschland und das einzige in Bayern", stellt Bauer fest. Für ihn ist es auch ein "Beitrag zur Wissensregion Oberpfalz".

Geeignet ist der neue Beruf für Bewerber mit "mindestens mittlerer Reife" und guten Leistungen in Mathematik und Physik. Auskünfte und Beratung durch ÜBZO-Qualitätsingenieur Florian Waldeck, Telefon 09605/9199553).
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