Kunden neigen zum Protest
Bahn-Pendler nach Nürnberg monieren Verspätungen bei Hin- und Rückfahrt

Der Regionalexpress von Weiherhammer nach Nürnberg ist oft unpünktlich. Deshalb ließen Pendler bei der Bahn Dampf ab. Bild: baw
Wirtschaft
Weiherhammer
14.03.2016
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Kurz vor Weihnachten gab es Aufregung, weil der Regionalexpress, der Schüler aus Freihung und Weiherhammer nach Weiden bringt, immer zu spät dran war. Dieses Problem hat die Bahn mittlerweile recht gut im Griff. Doch nun beschweren sich Pendler in der Gegenrichtung, dass sie nicht mehr rechtzeitig in Nürnberg ankommen.

Dr. Manfred Klier aus Mantel, Michaela Meiler aus Oberwildenau und Helmut Unger aus Wernberg-Köblitz steigen in Weiherhammer zu. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember beklagen sie regelmäßig 15 bis 20 Minuten Verspätung bei der Ankunft in Nürnberg. Bei der Rückfahrt um 19.38 Uhr sei es das gleiche Trauerspiel.

Die drei Pendler wurden in einem Brief an den bayerischen Bahnbevollmächtigten Klaus-Dietel Josel deutlich: "Als langjährige Kunden, die jährlich einen vierstelligen Betrag an die Bahn abführen, fühlen wir uns miserabel behandelt."

Offenbar hat der Protest Wirkung gezeigt. "Jedenfalls ist es seit einer Woche besser", sagt Klier. Ihm liegt mittlerweile eine Antwort der Bahn auf die Protest-E-Mail vor. Sie verweist darauf, dass der Grund für die Verspätungen an den Neigetechnikzügen liegt. Bei einem Exemplar der betroffenen Baureihe gab es vergangenes Jahr technische Probleme. Deswegen müssen bundesweit sämtliche 200 Neigetechnikzüge untersucht werden.

Das kann bis Juni dauern, teilte ein Bahnsprecher mit. In der Zwischenzeit kann nur auf einem Gleis der Strecke Weiherhammer-Nürnberg die schnellere Neigetechnik zum Einsatz kommen. Das ist der Schülerzug am Morgen Richtung Weiden.

Kein Fahrplanproblem


Mit dem Fahrplanwechsel und der Vorverlegung der Abfahrt von 7.16 auf 7.04 Uhr habe das nichts zu tun, meint die Bahn. Die Umstellung sei erfolgt, um Anschlüsse zum Fernverkehr nach München sicherzustellen.

Doch auch wenn die Nürnberg-Pendler am Abend nach Hause wollen, vermissen sie Service. "Dass bei der Rückfahrt gleich vier Garnituren mit unterschiedlichen Fahrzielen gekoppelt werden müssen, was zu extremen Verspätungen führt, erschließt sich uns auch bei längerem Nachdenken nicht." Die Verantwortlichen halten dagegen, dass es unmöglich sei, vier einzelne Züge Richtung Oberpfalz los zu schicken. Das würde jeden Fahrplan sprengen. Wenn bis spätestens Frühsommer die Neigetechnik auch auf der Strecke nach Nürnberg wieder einsatzbereit ist, soll es besser werden. Die Betroffenen lassen sich überraschen. "Ich glaube nicht so recht daran", sagt Manfred Klier.
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