Landkreis startet im September mit eigener Elektrotechnikerschule in Weiherhammer
Energieleistung gegen Fachkräftemangel

Die angehenden Elektrotechniker der neuen Schule können für praktische Übungen die Ausrüstung der BHS Corrugated nutzen. Bild: Götz
Wirtschaft
Weiherhammer
13.05.2015
44
0

Manches klappt erst im zweiten Versuch. Umso mehr freut sich Landrat Andreas Meier. Er sprach am Mittwoch von einem "großen Tag". An dem verkündete er, dass es mit der kommunalen Elektrotechnikerschule in Weiherhammer doch noch etwas wird.

Die hätte schon zum Schuljahr 2014/15 ihren Betrieb unter dem Dach des ÜBZO (Überbetriebliches Ausbildungszentrum Oberpfalz) aufnehmen sollen. Doch obwohl die Wirtschaft Beifall klatschte, fanden sich nicht genügend Teilnehmer. 16 Schüler hätten es für den Vollzeitunterricht sein sollen, aber die kamen nicht zusammen. "Vielleicht war die Vorlaufzeit zu kurz", sagt Maria Renner, Weiterbildungsreferentin am ÜBZO. Geschäftsführer Reinhold Hautmann vermutet, dass Betriebe aufgrund der guten Auftragslage ihre Leute nur ungern für die Schule freistellen wollten und ihnen lieber ein paar Euro mehr gezahlt hätten, wenn sie ihre Meister-Pläne zurückstellen.

Schule mit 12 angehenden Elektrotechnikern

Nun soll die Schule auch mit 12 angehenden Elektrotechnikern starten. Die Anmeldungen liegen vor. Sollten dadurch mehr Kosten auf den Landkreis zukommen, ist es Meier das wert. "Wir sind nicht auf Gewinnerzielung ausgerichtet." Zudem können es immer noch mehr Schüler werden. Bis Ende Juli können sie sich bewerben. Anton Dobmayer, der Chef des Berufschulzentrums in Neustadt, leitet die Technikerschule vorerst nebenberuflich bis mittelfristig ein Schulleiter gefunden ist. Weniger Teilnehmer hält er aus pädagogischer Sicht nicht für schlecht. Etwas anderes bringt ihn sogar ins Schwärmen: "Eine kommunale Schule in den Räumen eines Industriebetriebs, das ist einmalig." Denn die Elektrotechniker können die Ausrüstung der BHS Corrugated, aus der das ÜBZO hervorgegangen ist, nutzen.

Nur 3.000 Euro für zweijährige Ausbildung in Vollzeit

Außer mit hochqualifiziertem Lehrpersonal von Berufsschule, Gymnasium und Ingenieuren der Uni Erlangen-Nürnberg lockt die neue Einrichtung mit einem günstigen Preis. Rund 3.000 Euro kostet die zweijährige Ausbildung in Vollzeit. Konkurrenten in Regensburg verlangen 7.000 bis 8.000 Euro. Denen wollen Landkreis und ÜBZO einige Schüler abnehmen. Sie werben daher gezielt um junge Leute aus der Nordoberpfalz, die bisher ihren Elektrotechniker im Süden machen mussten und dort von Siemens, BMW oder Continental den roten Teppich ausgerollt bekamen. Betriebe mit hochqualifizierten Arbeitsplätzen im Norden des Bezirks hatten das Nachsehen.

Das soll sich nun ändern. Vom Schuljahr 2016/17 an soll die Ausbildung auch berufsbegleitend vier Jahre in Teilzeit möglich sein. Parallel dazu wird die Schule ab Herbst 2016 um den Bereich Medizintechnik erweitert. ÜBZO-Leiter Reinhold Hautmann verspricht "hohes Niveau" und gute Berufschancen in der Region.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.